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Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
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Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war eine marxistisch-leninistische Partei, die 1946 in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und der Viersektorenstadt Berlin aus der Zwangsvereinigung von SPD und KPD hervorging. Sie entwickelte sich anschlieĂend unter sowjetischem Einfluss zur Kader- und Staatspartei der 1949 gegrĂŒndeten DDR. Mit ihrer dadurch erlangten Macht gestaltete die SED die Sowjetische Besatzungszone zu einer Diktatur um (auch SED-Diktatur genannt), die sich selbst als âArbeiter-und-Bauern-Staatâ bezeichnete â eine spezifische nationale Form der âDiktatur des Proletariatsâ. Da die Verfassung der DDR ab 1968 den FĂŒhrungsanspruch der SED festschrieb und deren Nomenklaturkader die Organe aller drei Gewalten, Legislative, Exekutive und Judikative, durchdrangen, war das politische System der DDR de facto eine Ein-Parteien-Herrschaft der SED. Neben der SED gab es noch einige Blockparteien, die den Anschein einer Mehrparteiendemokratie erwecken sollten.
Im Zuge der Wende und friedlichen Revolution in der DDR 1989/90 verlor die SED ihre Stellung als herrschende Staatspartei, gab sich ein neues Programm und benannte sich im Dezember 1989 zunĂ€chst in Sozialistische Einheitspartei Deutschlands â Partei des Demokratischen Sozialismus (SED-PDS), am 4. Februar 1990 dann in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) um. Aus ihr entstand 2007 durch Verschmelzung mit der Arbeit & soziale Gerechtigkeit â Die Wahlalternative (WASG) die Partei Die Linke.
Contents
âą Geschichte
âą Entstehung
âą Organisation
âą Parteitag
⹠ParteisekretÀr
âą Kreisleitung
âą Bezirksleitung
âą Zentralkomitee
âą Westarbeit
âą Mitglieder
âą Parteialltag
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
Entstehung
Hintergrund
Die SED sah sich in Tradition der KPD ĂŒber die VKPD, die USPD, den Spartakusbund, die SPD, die SDAP, den ADAV bis hin zur deutschen Arbeiterbewegung. Nach den zwölf Jahren der Diktatur des Nationalsozialismus war die Parteienlandschaft Deutschlands grĂŒndlich zerstört, was einen demokratischen Neuanfang stark erschwerte. Also galt es fĂŒr die BesatzungsmĂ€chte, die Grundlagen fĂŒr das gesellschaftliche Leben zu schaffen. Als erstes reagierte die Sowjetunion. Mit dem Befehl Nummer zwei der Sowjetischen MilitĂ€radministration in Deutschland (SMAD) vom 10. Juni 1945 initiierte sie die politische BetĂ€tigung in ihrer Zone. Danach sollte die TĂ€tigkeit antifaschistisch-demokratischer Parteien und freier Gewerkschaften gestattet sein.
Das Zentralkomitee (ZK) der KPdSU lieĂ dazu deutsche Kommunisten und WiderstandskĂ€mpfer, die den Zweiten Weltkrieg ĂŒberlebt hatten, nach umfassender Schulung in Moskau zurĂŒck nach Berlin verbringen. Vorerst drei Initiativgruppen Ulbricht, Ackermann und Sobottka, die in Berlin, Sachsen und Mecklenburg tĂ€tig wurden, hatten die Aufgabe, die Verwaltung aufzubauen und den sowjetischen Weisungen einen demokratischen Anschein zu geben. Einer dieser Kader war der spĂ€ter in die Bundesrepublik geflĂŒchtete Wolfgang Leonhard, der als Mitglied der Gruppe Ulbricht in die sowjetische Besatzungszone kam.
Schon am 11. Juni 1945 trat das ZK der KPD zum ersten Mal mit seinem GrĂŒndungsaufruf an die Ăffentlichkeit. Ermöglicht wurde diese schnelle Reaktion durch die TĂ€tigkeit der oben genannten Gruppen. Kurze Zeit spĂ€ter veröffentlichte die SPD am 15. Juni ihren GrĂŒndungsaufruf.
Unter dem massiven Druck der sowjetischen Besatzungsmacht und der KPD-FĂŒhrung sowie mit der UnterstĂŒtzung fĂŒhrender Sozialdemokraten und nicht weniger SPD- und KPD-Mitglieder bildeten sich auf allen Ebenen der beiden Parteien Arbeitsgemeinschaften und AusschĂŒsse, deren erklĂ€rtes Ziel die organisatorische Vereinigung war. Teile der sozialdemokratischen Seite gingen dabei weiter als die FĂŒhrung der KPD, die anfĂ€nglich eher zurĂŒckhaltend hinsichtlich der Vereinigung war und noch ein Vereinigungsangebot des Berliner Zentralausschusses der SPD unter FĂŒhrung von Otto Grotewohl im Juni 1945 ablehnte. Getrieben von der Besatzungsmacht und unter nun verĂ€nderter Taktik der KPD-FĂŒhrung veranstalteten der ZA der SPD und das ZK der KPD im Dezember 1945 eine Konferenz, auf der jeweils dreiĂig fĂŒhrende Vertreter beider Parteien anwesend waren, die die Verschmelzung beider Parteien beschlossen. Grundlegende Motivation waren die Erfahrungen mit der Spaltung der linken Hitler-Gegner im Parlament der spĂ€ten Weimarer Republik, die als eine der wesentlichen Ursachen fĂŒr die MachtĂŒbertragung an die NSDAP betrachtet wurde, was unter anderem im deklamatorischen Charakter des Schwurs von Buchenwald und in den Ideen der Einheits- und Volksfront zum Ausdruck kam. Eine weitere Motivation fĂŒr die Kommunisten war das unerwartet schlechte Abschneiden der österreichischen Kommunisten bei der Nationalratswahl in Ăsterreich 1945.
Besonders innerhalb der SPD tobten um die avisierte Vereinigung heftige Kontroversen. Der faktische Vorsitzende in Westdeutschland, Kurt Schumacher, sprach sich vehement gegen diesen Schritt aus. Der Zentralausschuss unter dem Vorsitz von Grotewohl, das selbsternannte Leitungsgremium der SPD in der SBZ, konnte bei mehreren Sitzungen zu keiner Einigung kommen. Er willigte erst ein, als der sĂ€chsische SPD-Landesvorsitzende Otto Buchwitz drohte, die Vereinigung mit seinem Landesverband zu starten. Insbesondere in den Regional- und Lokalgliederungen der SPD hatte die sowjetische Besatzungsmacht die Möglichkeit, unter anderem auch mit Repressionen und Verhaftungen auf die SPD-Mitglieder einzuwirken. Aber auch Teile der KPD-FĂŒhrung mussten von ihren Vorstellungen abrĂŒcken, die eigene Partei aufzubauen, Regierungspolitik zu betreiben und die in ihren Augen diskreditierte Sozialdemokratie abzulösen. Dies war sowohl auf den zunehmenden FĂŒhrungsanspruch der Sozialdemokratie als auch auf mangelnden RĂŒckhalt in der Bevölkerung zurĂŒckzufĂŒhren.
BezĂŒglich einer Vereinigung waren lokal groĂe Unterschiede festzustellen. So vereinigten sich bereits am 23. Februar 1946 die Kreisorganisationen der KPD und der SPD in Neuruppin zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Dagegen sprachen sich bei einer Urabstimmung unter SPD-Mitgliedern, die nur in den Westsektoren in West-Berlin stattfinden konnte, am 31. MĂ€rz 1946 etwa 82 % der Teilnehmer gegen eine sofortige Vereinigung,cite-ref-1[1] aber immerhin 62 % fĂŒr âgemeinsame Arbeitâ mit der KPD aus. Im sowjetischen Sektor von Berlin und in der Sowjetischen Besatzungszone hatte die Besatzungsmacht eine Urabstimmung der SPD verhindert. In Berlin, wo die SPD auch im Ostteil der Stadt bis 1961 weiter existierte, behielten ungefĂ€hr zwei Drittel der Mitglieder ihr sozialdemokratisches Parteibuch, etwa ein Drittel trat in die SED ein.
Hauptströmungen der kontroversen Diskussionen der Mitglieder in den deutschen LÀndern waren dabei:
âą KrĂ€fte der KPD, die die Politik der Verteufelung der SPD als âSozialfaschistenâ fortsetzten,
âą KrĂ€fte der SPD, die Kommunisten als ârotlackierte Faschistenâ bezeichneten,
⹠KrÀfte, welche die politischen Konzepte von KPD und SPD als unvereinbar betrachteten,
⹠Einheitsbestrebungen, die aus Erkenntnissen von Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit der gemeinsamen IllegalitÀt und Verfolgung unter der nationalsozialistischen Diktatur und des gemeinsamen Widerstandes resultierten,
⹠Bestrebungen der sowjetischen Besatzungsmacht, stalinistisch orientierte KrÀfte zu etablieren,
⹠Bestrebungen der US-amerikanischen, britischen und französischen BesatzungsmÀchte, antisowjetisch orientierte KrÀfte zu etablieren,
âą taktische und machtpolitische Bestrebungen besonders in Teilen der KPD-FĂŒhrung, um den wachsenden Einfluss der SPD zurĂŒckzudrĂ€ngen.
GrĂŒndung durch Zwangsvereinigung von SPD und KPD
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Hauptartikel
:
Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED
Am 21. und 22. April 1946 versammelten sich im Ost-Berliner Admiralspalast in der Berliner FriedrichstraĂe Delegierte von KPD und SPD, EhrengĂ€ste und Zuschauer zum gemeinsamen Parteitag von KPD und Teilen der SPD. Seitens der SPD nahmen 548 Delegierte (darunter 103 aus den westlichen Besatzungszonen) teil und von der KPD 507 Delegierte (darunter 127 westliche). Diese vertraten rund 680.000 sozialdemokratische und rund 620.000 kommunistische Parteimitglieder der Sowjetischen Besatzungszone. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit der Fidelio-OuvertĂŒre Beethovens. AnschlieĂend betraten Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl von verschiedenen Seiten die BĂŒhne und reichten sich die HĂ€nde. Diese symbolische Geste wurde im Emblem der SED nachempfunden.
Auch in den ĂŒbrigen Besatzungszonen gab es verschiedene Formen der Zusammenarbeit und AnnĂ€herungsbestrebungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten. So beschlossen am 24. Juli 1945 in Hamburg und am 8. August 1945 in MĂŒnchen Vertreter der SPD und der KPD ein gemeinsames Aktionsprogramm. In Frankfurt am Main entstand am 3. Oktober 1945 ein Arbeitsausschuss von Sozialdemokraten und Kommunisten, und am 1. Oktober 1945 rief der Einheitsausschuss von SPD und KPD in Wiesbaden zur Vereinigung beider lokaler Parteien auf. DarĂŒber hinaus arbeiteten in einer Reihe von StĂ€dten Sozialdemokraten und Kommunisten auf kommunaler Ebene zusammen.
Sowohl in den amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszonen als auch in der sowjetischen Besatzungszone, wurde auf diese Prozesse seitens der BesatzungsmĂ€chte Einfluss genommen. Die Vereinigung in der sowjetischen Besatzungszone kam maĂgeblich durch sowjetischen Druck zustande.cite-ref-2[2] Zu dieser Sicht Ă€uĂert sich u. a. der Zeitzeuge und damalige Mitverantwortliche Wolfgang Leonhard, der in seinen BĂŒchern die Koordinierung durch das ZK der KPdSU belegt. Die Partei bestand grundsĂ€tzlich in ganz Berlin, allerdings fĂŒhrte der Bau der Berliner Mauer dazu, dass sich die Partei in den Westsektoren eigenstĂ€ndig organisieren musste und ab Ende 1962 als Sozialistische Einheitspartei Westberlins fortbestand. 2001 rĂ€umten die Bundestagsabgeordneten Gabi Zimmer und Petra Pau (beide PDS) ein, dass Mitglieder der SED sowohl im Prozess der Vereinigung TĂ€uschungen, ZwĂ€nge und Repressionen zulieĂen, als auch Fehler begangen hĂ€tten. Am 6. Mai 2001 schloss sich der Parteivorstand dieser ErklĂ€rung an.
Weitere Entwicklung
Programm
Zum Zeitpunkt ihrer GrĂŒndung hatte die SED etwa 1,3 Millionen Mitglieder, die zu fast gleichen Teilen aus KPD und SPD kamen. Das Parteiprogramm war anfangs an antifaschistisch-demokratischen GrundzĂŒgen orientiert.
Bei den Landtagswahlen 1946 verfehlten die vereinigten Arbeiterparteien eindeutig ihr Wahlziel: Trotz massiver UnterstĂŒtzung durch die Besatzungsbehörden erzielte die SED in keinem Land die absolute Mehrheit. In Mecklenburg und in ThĂŒringen verfehlten sie diese knapp, in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg wĂ€ren bĂŒrgerliche Koalitionen von CDU und LDP möglich gewesen.cite-ref-3[3] Noch enttĂ€uschender war das Ergebnis in GroĂ-Berlin. Bei der Wahl der Stadtverordnetenversammlung von GroĂ-Berlin im Oktober 1946, bei der neben der SED auch die SPD antrat (â Sonderfall Berlin), errang die SPD einen Stimmenanteil von 48,7 % gegenĂŒber der SED mit 19,8 % (CDU 22,2 % und LDP 9,3 %). Dies war die einzige freie Wahl in Gesamtberlin (vor 1990).
Frauen, die die Nachkriegsgesellschaft rein zahlenmĂ€Ăig dominierten, waren in der SED deutlich unterreprĂ€sentiert: 1947 waren weniger als 24 % der Mitglieder der SED Frauen.cite-ref-4[4] Zudem arbeiteten in den Berufen mit besonders hohem Mitgliederanteil vorwiegend MĂ€nner. Mitte 1948 war die Zahl der Mitglieder auf zwei Millionen angewachsen, was einem Bevölkerungsanteil von sechzehn Prozent entsprach.
Das erste Parteiprogramm der SED war an das Erfurter Programm der SPD von 1891 angelehnt, um ehemaligen Sozialdemokraten die Zustimmung zu erleichtern. So vermied das ursprĂŒngliche Programm der SED noch jeden Bezug auf den Leninismus und sprach vom demokratischen Weg zum Sozialismus. Im Parteistatut wurden noch keine weltanschaulichen EinschrĂ€nkungen erhoben. Vielmehr stand die SED allen offen, die den Nationalsozialismus ablehnten. Kandidatenzeit, ĂberprĂŒfungen, ein PolitbĂŒro und das Amt des GeneralsekretĂ€rs existierten noch nicht. Ămter wurden streng paritĂ€tisch von Kommunisten und Sozialdemokraten besetzt. So gab es zu dieser Zeit auch zwei Parteivorsitzende: den Sozialdemokraten Otto Grotewohl und den Kommunisten Wilhelm Pieck. Die paritĂ€tische Besetzung von ParteiĂ€mtern schĂŒtzte die Sozialdemokraten nicht vor ihrer Vereinnahmung. Unmittelbar nach der Vereinigung setzten die «Marginalisierung der Sozialdemokraten»,cite-ref-5[5] die «schleichende Stalinisierung»cite-ref-6[6] und die Zentralisierung der Parteicite-ref-7[7] ein. Bereits im Mai 1946 wurden gemeinsame Schulungencite-ref-8[8] fĂŒr alle Parteimitglieder beschlossen:
âEs kam ja nach dem Prinzip der ParitĂ€t die HĂ€lfte aus der frĂŒheren Sozialdemokratie und nur die andere HĂ€lfte aus der Kommunistischen Partei; aber schon in dieser Phase erkennt man eben sehr deutlich: Nur ein treuer Parteisoldat wird diese Einordnung, diese Unterordnung unter die FĂŒhrung vornehmen. Dazu brauchte man ein Mittel; dieses Mittel war Indoktrination â oder, wie es offiziell hieĂ, âSchulungâ.â
â
Hermann Weber
Immer offener distanzierte sich die SED von den GrundsĂ€tzen der Vereinigung. Der im Herbst 1946 eingeleitete organisatorische Umbau der SED zielte bewusst auf das ZurĂŒckdrĂ€ngen des sozialdemokratischen Einflusses, die Entmachtung der unteren Parteiebenen und eine Machtkonzentration an der Parteispitze. Untermauert wurde dieser Umbau durch die am 24. Dezember 1946 vom Zentralsekretariat beschlossenen Richtlinien fĂŒr den organisatorischen Aufbau der SED.cite-ref-10[10] Auf dem 2. Parteitag im September 1947 wurde der Beschluss gefasst, ein neues Parteiprogramm zu erstellen. Die Sozialdemokraten sollten ab 1949 kaum noch eine Rolle spielen. Die paritĂ€tische Besetzung von Gremien wurde abgeschafft. Offiziell wurde dies zum einen mit dem âideologischen Zusammenschluss der Parteimitgliederâ und zum anderen mit der groĂen Zahl junger Kader begrĂŒndet, die weder der SPD noch der KPD angehört hatten, so dass diese bei Beibehaltung der ParitĂ€t nicht in leitende Funktionen hĂ€tten gewĂ€hlt werden können.cite-ref-11[11] Auf dem III. Parteitag im Juli 1950 wurde das Vereinigungsprogramm «GrundsĂ€tze und Ziele der SED» endgĂŒltig auĂer Kraft gesetzt. Die Formulierung eines neuen Programmes lieĂ aber bis zum VI. Parteitag 1963 auf sich warten.cite-ref-12[12] In diesem Programm bekannte sich die SED zum Ziel des Kommunismus, der als eine Gesellschaft definiert wurde, âin der jeder WerktĂ€tige seine FĂ€higkeiten mit dem gröĂten Nutzen fĂŒr das Volk anwendetâ, ganz nach dem marxschen Prinzip âJeder nach seinen FĂ€higkeiten, jedem nach seinen BedĂŒrfnissenâ.cite-ref-13[13] An diesem Ziel hielt die SED auch bei der Neuformulierung ihres Programms im Jahr 1976 fest, in dem sich die SED als âfreiwilliger Kampfbund gleichgesinnter Kommunistenâ definierte.cite-ref-14[14]
Einschneidende VerĂ€nderungen setzten nach der Ersten Parteikonferenz im Januar 1949 ein.cite-ref-15[15] Ohne einen Parteitag einzuberufen und die Zustimmung der Delegierten abzuwarten, begann die stalinistische Umorientierung der Partei einschlieĂlich der Kriminalisierung sozialdemokratischer Positionen («Sozialdemokratismus»). Zuvor war auf der 13. Tagung des Parteivorstandes im Herbst 1948 die Bildung einer Zentralen Parteikontrollkommission und im Januar 1949 die EinfĂŒhrung der Kandidatenzeit und die Umwandlung des Zentralsekretariats zum PolitbĂŒro beschlossen worden. Das PolitbĂŒro ĂŒbernahm die Kontrolle von Partei und der zu bildenden Regierung. Welche Rolle ihm zukam, verdeutlicht ein Beschluss des Sekretariats des PolitbĂŒros vom 17. Oktober 1949:
âGesetze und Verordnungen von Bedeutung, Materialien sonstiger Art, ĂŒber die RegierungsbeschlĂŒsse herbeigefĂŒhrt werden sollen, weiterhin VorschlĂ€ge zum ErlaĂ von Gesetzen und Verordnungen mĂŒssen vor ihrer Verabschiedung durch die Volkskammer und die Regierung dem PolitbĂŒro bzw. Sekretariat des PolitbĂŒros zur BeschluĂfassung ĂŒbermittelt werden.â
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Siegfried Suckut
Speziell die Westarbeit und dabei die Option auf ein sozialistisch wiederzuvereinigendes Deutschland prĂ€gte die Parteiarbeit der ersten Jahre. Es gelang der SED aber nicht, die angestrebten Ziele zu verwirklichen. Dass die SED deutschlandpolitisch so erfolglos war, lag vor allem an ihrer ParteifĂŒhrung, die nicht erkennen wollte, dass sie mit ihren Extrempositionen bezĂŒglich der Umgestaltung Deutschlands in den anderen Besatzungszonen keine GesprĂ€chspartner (nicht einmal bei der SPD) fand. Selbst die KPD in den Westzonen war nur bedingt zu GesprĂ€chen bereit bzw. löste sich sogar im Januar 1949 organisatorisch von der SED und arbeitete als formal selbststĂ€ndige Partei weiter. Auch die Versuche, die Parteiarbeit auf den Westen Deutschlands auszudehnen, misslangen.
Im Dezember 1947 tagte erstmals der auf Initiative der SED einberufene Erste Deutsche Volkskongress fĂŒr Einheit und gerechten Frieden in Berlin. Er verstand sich als gesamtdeutsches Gremium gegen die, so in der Parteisprache der damaligen Zeit, âSpalterpolitik der imperialistischen WestmĂ€chteâ. Allerdings nahmen aus den westlichen Besatzungszonen nur 664 Delegierte und GĂ€ste teil, darunter Parteikader der KPD (242 Delegierte) und der SPD (91 Delegierte). Trotz massiven Drucks entschied sich der Vorstand der CDU der Sowjetischen Besatzungszone, nicht teilzunehmen, stellte aber die Teilnahme von CDU-Mitgliedern als Einzelpersonen frei.cite-ref-17[17]
Umformung der SED in eine Partei neuen Typus
Einer der Hauptagendapunkte der 1. Parteikonferenz am 25.â28. Januar 1949 im Haus der Deutschen Wirtschaftskommission in Berlin betraf die Entwicklung der SED zu einer Partei neuen Typus. Dies ist nach eigenem VerstĂ€ndnis eine Partei auf der Basis des Marxismus-Leninismus und des demokratischen Zentralismus, mit straffer Parteidisziplin als Organisationsprinzip, die sich als Avantgarde des Proletariats versteht.
Politische Situation
Als Massenpartei spiegelte die SED alle Strömungen der Gesellschaft wider. Dies entsprach nicht den Vorstellungen einflussreicher Teile der ehemaligen KPD und der sowjetischen Besatzungsmacht. So wurde, bedingt durch die zunehmende FĂŒhrerschaft ehemaliger kommunistischer Mitglieder, ein neues, grundlegendes DemokratieverstĂ€ndnis verhindert. Zudem konnten wesentliche Vorbehalte, die schon in den 1930er Jahren gegen eine gemeinsame Politik von SPD und KPD sprachen, nicht ausgerĂ€umt werden. Dazu gehörte in erster Linie das AbrĂŒcken von den stalinistischen Repressionen, denen auch deutsche Antifaschisten zum Opfer fielen. Verbot sich doch jeder Ansatz einer kritischen Bewertung dieser Politik allein schon aus der Anwesenheit der Besatzungsmacht heraus. Als unheilvoll erwies sich auch die starke Bindung deutscher Kommunisten an die KPdSU und die damit verbundene Einflussnahme seitens der Sowjetunion auf alle Bereiche des parteilichen Lebens. Dies gipfelte darin, dass nationale Interessen bedingungslos sowjetischen Bestrebungen untergeordnet wurden. Die Bevorzugung ehemaliger kommunistischer FunktionĂ€re durch die Besatzungsmacht und die Art und Weise, in der diese es auch fĂŒr sich nutzten, verbunden mit politischen Diffamierungen, fĂŒhrten zu Spannungen und BeschĂ€digungen innerhalb der SED.
Gesellschaftliche Situation
In Deutschland zeichnete sich die Bildung zweier Staaten ab, die unterschiedlichen Blöcken angehören wĂŒrden. Damit wurde die Konfrontationspolitik des Kalten Krieges unmittelbar in die verschiedenen Besatzungszonen hineingetragen. Heftige Auseinandersetzungen zwischen LDPD, CDU und SED hinsichtlich der Entwicklungstendenz der Wirtschaft, WiderstĂ€nde gegen Bodenreform und Verstaatlichung, sowie WidersprĂŒche zwischen Markt- und Zentralverwaltungswirtschaft kennzeichneten die Situation in der sowjetischen Besatzungszone. Hinzu kamen verschiedene Formen der WirtschaftskriminalitĂ€t und der Sabotage. Die SED nutzte Wirtschaftsdelikte auch als Instrument der Kriminalisierung der Privatwirtschaft. Dazu war im Mai 1948 die Zentrale Kommission fĂŒr Staatliche Kontrolle (ZKK) gegrĂŒndet worden:
âDer Einsatz der ZKK als Untersuchungsorgan in Wirtschaftsstrafsachen sollte nun diese LĂŒcke im Einflussbereich der SED schlieĂen: Mit der im engen Einvernehmen mit der SED agierenden Kommission war eine Instanz geschaffen worden, die eine Rechtsprechung im Sinne der SED gewĂ€hrleisten sollte und somit als Korrektiv der Entscheidungen des Justizpersonals fungierte.âcite-ref-18[18]
Auswirkungen auf die Partei
Um die politische Macht zu stabilisieren und unter den EinflĂŒssen der KPdSU schien es den fĂŒhrenden Kreisen der SED notwendig, die Partei zu reformieren. Auf der I. Parteikonferenz im Januar 1949 wurde zudem deutlich, dass sich die stalinistischen KrĂ€fte erfolgreich in der SED durchgesetzt hatten. Sie wurde streng nach dem Muster der KPdSU umgebildet, dem das Prinzip des stalinischen âdemokratischen Zentralismusâ zugrunde lag. Dazu gehörte die Aufgabe der weltanschaulichen NeutralitĂ€t zugunsten eines strengen Materialismus, die alleinige Orientierung am von Stalin geprĂ€gten Marxismus-Leninismus als âwissenschaftliche Weltanschauungâ und die BekĂ€mpfung aller sozialdemokratischen Tendenzen. Etwa 150.000 Mitglieder wurden ausgeschlossen.
Begleitet wurden diese Prozesse von Verfolgungen, Verhaftungen, Anklagen und Verurteilungen von ehemaligen Sozialdemokraten, ArbeiterfunktionĂ€ren, ehemaligen Mitgliedern von KPO und SAP und Westemigranten der KPD unter direkter Mitwirkung der Parteikontrollkommission und spĂ€ter von Organen der DDR (Ministerium fĂŒr Staatssicherheit, Volkspolizei, Justizapparat) sicherten den stalinistischen KrĂ€ften in der SED die Vorherrschaft. Damit wurde die SED zur Staatspartei der DDR,cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] neben der die anderen Blockparteien nur eine untergeordnete Rolle spielten. ii-parteikonferenz Nachdem die Stalin-Noten vom MĂ€rz 1952 von den WestmĂ€chten zurĂŒckgewiesen worden waren und somit absehbar war, dass es mittelfristig keine Wiedervereinigung Deutschlands geben wĂŒrde, beschloss die II. Parteikonferenz der SED, die vom 9. bis zum 12. Juli 1952 tagte,cite-ref-22[22] den Aufbau des Sozialismus in der DDR:
1. Neugliederung des Staatsaufbaues mit der Auflösung der LÀnder und Schaffung von 14 Bezirken;
2. Aufbau bewaffneter StreitkrÀfte;
3. verstÀrkte Kollektivierung der Landwirtschaft.
Verlust der Vormachtstellung, Umbenennungen
Die revolutionĂ€ren Ereignisse im Herbst 1989 beendeten die Vormachtstellung der SED. Das SED-PolitbĂŒro zwang am 17. Oktober 1989 Erich Honecker, Vorsitzender des Staatsrats seit dem 29. Oktober 1976, am folgenden Tag zurĂŒckzutreten. Am 1. Dezember 1989 strich die Volkskammer den FĂŒhrungsanspruch der SED aus der Verfassung. Auf dem AuĂerordentlichen Parteitag am 8./9. und 16./17. Dezember 1989 in Ost-Berlin wurden die Umbenennung in Sozialistische Einheitspartei Deutschlands â Partei des Demokratischen Sozialismus (SED-PDS) und der âunwiderrufliche Bruch mit dem Stalinismus als Systemâcite-ref-23[23] beschlossen. In dieser Zeit verĂ€nderte sich die SED in personeller, organisatorischer und inhaltlicher Sicht stark. Am 4. Februar 1990 trennte sich die SED-PDS vom Namensbestandteil SED; der neue Name lautete Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS).
Am 17. Juli 2005 wurde die PDS umbenannt in Die Linkspartei.PDS.cite-ref-24[24] Nach der Vereinigung mit der WASG am 16. Juni 2007 gab sich die Partei den Namen Die Linke. Es handelte sich rechtlich um eine Verschmelzung nach dem Umwandlungsgesetz; die Partei selbst nannte den Vorgang NeugrĂŒndung.cite-ref-25[25] In einem Prozess vor der Pressekammer des Berliner Landgerichts 2009 erklĂ€rte Bundesschatzmeister Karl Holluba, die Partei Die Linke sei jedoch nach wie vor ârechtsidentischâ mit der SED.cite-ref-26[26]
Organisation
Grundorganisation
Die SED organisierte sich hauptsĂ€chlich in den Betrieben und Einrichtungen der DDR. Damit unterlag faktisch jeder Bereich des öffentlichen Lebens ihrem Einfluss. Die Anforderungen, die sich daraus fĂŒr jedes Mitglied ergeben sollten, drĂŒckt die Losung âWo ein Genosse ist, da ist die Parteiâ aus. Damit erhielten die Grundorganisationen in den Volkseigenen Betrieben (VEB), Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS), Volkseigenen GĂŒtern (VEG) und Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) ausdrĂŒckliches Kontrollrecht ĂŒber die TĂ€tigkeit der Betriebsleitungen.
Die Parteigruppe bildete die kleinste Organisationszelle der Partei. In ihr wĂ€hlten die Mitglieder den Parteigruppenorganisator (PGO) als Verantwortlichen fĂŒr die Parteiarbeit, einen Kassierer, Agitator und, je nach GröĂe, noch beigeordnete Mitglieder in die Leitung. Waren mehrere Parteigruppen vorhanden, so wurden sie in der Abteilungsparteiorganisation (APO) zusammengefasst, die wiederum eine gesonderte Leitung um den AbteilungsparteisekretĂ€r bildete. Die regelmĂ€Ăig stattfindenden Parteiversammlungen dienten der politischen Diskussion und Schulung. Mehrere APOs oder, in kleineren Einrichtungen, oftmals nur eine Parteigruppe bildeten die Grundorganisation (GO), die von einem ParteisekretĂ€r geleitet wurden. In den Wohngebieten gab es fĂŒr nicht BerufstĂ€tige (Hausfrauen, Rentner) die weniger bedeutende Wohnparteiorganisation (WPO) mit analogem Aufbau.
Parteitag
â
Hauptartikel
:
Parteitag der SED
Der Parteitag der SED war das höchste Parteiorgan.
Parteitage wurden zunehmend stabsplanmĂ€Ăig vorbereitet, stark inszeniert und sollten immer auch als gesamtgesellschaftliche Ereignisse verstanden werden. Damit gingen sie ĂŒber den bloĂen Charakter von politischen Veranstaltungen weit hinaus. Die Delegierten des Parteitages wurden nach einem vom Zentralkomitee der SED bestimmten SchlĂŒssel in den Grundorganisationen gewĂ€hlt. Dabei wurde darauf geachtet, dass das VerhĂ€ltnis von Frauen und Jugendlichen, Mitgliedern staatlicher Massenorganisationen sowie von vorbildlichen Arbeitern gewahrt wurde. Da der Vorschlag fĂŒr eine Delegierung von Seiten der ĂŒbergeordneten Leitung an die Grundorganisation herangetragen wurde, fand eine tatsĂ€chliche, demokratische Wahl nicht statt.
Eingeleitet wurde der Parteitag durch die BegrĂŒĂung der zahlreichen GĂ€ste auslĂ€ndischer kommunistischer sowie inlĂ€ndischer Blockparteien, den Vertretern von Befreiungsbewegungen und befreundeter Staaten. Im Mittelpunkt stand ein Grundsatzreferat des jeweiligen GeneralsekretĂ€rs bzw. Ersten SekretĂ€rs. Im Anschluss fand die Diskussion statt, in der lĂ€ngere ergĂ€nzende Reden von zustĂ€ndigen Mitgliedern des Parteiapparates und kĂŒrzere BeitrĂ€ge von ausgewĂ€hlten Delegierten gehalten wurden. Alle DiskussionsbeitrĂ€ge wurden langfristig vorbereitet, mehrfach zur PrĂŒfung an ĂŒbergeordnete Organe eingereicht und immer wieder verĂ€ndert, sodass sie letztendlich nur noch wenig mit der Meinung des Vortragenden gemein hatten. Diese Reden wurden als Auszeichnung betrachtet und sollten an typischen Beispielen die Umsetzung der Forderungen der Partei verdeutlichen oder nachahmenswerte Initiativen aufzeigen. WĂ€hrend des Parteitages kam immer der GeneralsekretĂ€r der KPdSU als erster zu Wort, weitere Vertreter der anwesenden Parteien folgten, darĂŒber hinaus wurden GruĂadressen verlesen. Auftretende Junge Pioniere, FDJler und Soldaten der NVA, die betont feierlich mit Fahnen einmarschierten, Meldungen an die Delegierten vollzogen und Verpflichtungen ĂŒbergaben, schufen eine stark emotional geprĂ€gte AtmosphĂ€re. Jeder Delegierte fand auf seinem Platz ein kleines Geschenk wie etwa beispielsweise einen Taschenrechner oder ein Kofferradio.
Die Berichterstattung dominierte die gesamte Medienlandschaft der DDR. Neben den ausfĂŒhrlichen Live-Ăbertragungen wurden in der Aktuellen Kamera Zusammenfassungen gesendet. Das Neue Deutschland druckte als Zentralorgan die Reden des GeneralsekretĂ€rs der SED sowie der KPdSU, in Zusammenfassung die anderer GĂ€ste und ausgewĂ€hlte DiskussionsbeitrĂ€ge. In den Bezirkszeitungen wurde Ă€hnlich verfahren, wobei der Umfang der gedruckten Reden geringer war, dafĂŒr aber Stimmen, VerpflichtungserklĂ€rungen und Meinungen aus der Bevölkerung breiten Raum einnahmen. Der Dietz-Verlag gab zusĂ€tzlich BroschĂŒren mit dem vollen Inhalt der Reden heraus. WĂ€hrend und nach dem Parteitag wurden ĂŒber die Reden und deren Bedeutung fĂŒr das gesellschaftliche Leben der DDR in den Grundorganisationen diskutiert.
Im April 1946 wurde am GrĂŒndungsparteitag der SED ein jĂ€hrlicher Turnus der Parteitage festgelegt. Der 2. Parteitag fand tatsĂ€chlich 1947 statt,cite-ref-27[27] der dritte dann erst 1950. Danach wurden die Parteitage alle vier Jahre, ab 1971 alle fĂŒnf Jahre abgehalten. Nach dem 11. Parteitag 1986 hĂ€tte die 12. Tagung turnusmĂ€Ăig 1991 stattfinden sollen. Dieses Parteitagsdatum wurde jedoch im Jahre 1989 auf 1990 vorverlegt. Bedingt durch die Wende und friedlichen Revolution wurde Anfang Dezember 1989 ein kurzfristig anberaumter Sonderparteitag gehalten.
ParteisekretÀr
ParteisekretĂ€re wirkten zum gröĂten Teil ehrenamtlich neben ihrer tĂ€glichen Arbeit. Ab einer bestimmten GröĂe der Grundorganisation, die immer auch viele Abteilungsorganisationen und zwischengeordnete Gremien bedingte, wurden hauptamtliche ParteisekretĂ€re gewĂ€hlt. ParteisekretĂ€re in sehr groĂen Kombinaten oder in volkswirtschaftlich bedeutsamen Unternehmen waren gleichzeitig Mitglied in ĂŒbergeordneten FĂŒhrungsorganen, bis hin zum Zentralkomitee. Die Aufgabe des ParteisekretĂ€rs war die Organisation der politischen Arbeit. Er bereitete die Parteiversammlungen und politischen Schulungen gemeinsam mit der Parteileitung vor, kontrollierte die Einhaltung der ParteibeschlĂŒsse, sorgte fĂŒr deren Umsetzung, meldete weiter und leitete an. Dazu gehörte auch ein monatlich abzugebender Bericht ĂŒber âStimmungen und Meinungenâ, in dem das Meinungsbild der Bevölkerung widergespiegelt werden sollte. Da ĂŒbergeordnete Leitungen darin mitunter eine Kritik ihrer Arbeit fanden, wurden diese vielfĂ€ltig abgewandelt weitergegeben. Diese Tatsache macht die zunehmende BĂŒrokratisierung des Parteiapparates und das Vorhandensein stalinistischer Tendenzen deutlich. ParteisekretĂ€re wurden monatlich politisch besonders qualifiziert und von Vertretern der ĂŒbergeordneten Parteigremien, den Instrukteuren angeleitet und kontrolliert. Sie waren auch Mitglieder der staatlichen Leitung und sicherten so die FĂŒhrungsansprĂŒche der SED in den Betrieben und Verwaltungen ab. Entscheidungen der Leitung wurden in den Parteigremien besprochen und letztendlich beschlossen. Dies bedeutete, dass der staatliche Leiter, sofern er Mitglied der SED war, an die Umsetzung des Beschlusses gebunden wurde.
Die Wahl des ParteisekretĂ€rs erfolgte scheinbar demokratisch durch Abstimmung der Mitglieder oder Delegierte, tatsĂ€chlich war der Ausgang durch die Benennung geeigneter Kandidaten schon vorbestimmt. Der geringe Handlungsspielraum, der ParteisekretĂ€ren zur VerfĂŒgung stand, verbunden mit Desillusionierung angesichts der erlebten WidersprĂŒche der gesellschaftlichen Entwicklung fĂŒhrte dazu, dass besonders die ehrenamtliche Funktion oft nur unter erheblichem moralischen Druck seitens der ĂŒbergeordneten Leitungen angenommen wurde.
Kreisleitung
Die Grundorganisationen eines Kreises waren der SED-Kreisleitung unterstellt. Insgesamt gab es 262 Kreisleitungen, davon zwanzig in zentralen Einrichtungen wie Freie Deutsche Jugend (FDJ), Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB), Ministerium fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten, Ministerium fĂŒr AuĂenhandel, Deutsche Reichsbahn, Fernsehen der DDR, gröĂeren UniversitĂ€ten und den militĂ€rischen Organen Ministerium des Innern (MdI), Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (MfS) und Nationale Volksarmee (NVA), die jeweils eine eigene politische Verwaltung hatten.
Die Kreisleitung als Gremium war ein gewĂ€hltes, ehrenamtlich agierendes Organ analog zum Zentralkomitee mit Mitgliedern und Kandidaten. Daneben bestand die Verwaltungsinstitution Kreisleitung, die angestellte Mitarbeiter hatte, die aber nicht zwangslĂ€ufig Mitglieder des Gremiums Kreisleitung waren, sondern den Parteiapparat verwalteten. Deren 1. SekretĂ€r der SED-Kreisleitung wurde unterstĂŒtzt vom 2. KreissekretĂ€r, den SekretĂ€ren fĂŒr Wirtschaft, Landwirtschaft, Agitation und Propaganda und dem Vorsitzenden der Kreisparteikontrollkommission. Dieses Sekretariat der Kreisleitung fĂŒhrte die eigentlichen GeschĂ€fte. Weitere Mitglieder des Sekretariats waren in der Regel der Vorsitzende des Rats des Kreises bzw. Rat der Stadt (in kreisfreien StĂ€dten), der Vorsitzende der Kreisplankommission, der Vorsitzende des FDGB-Kreisvorstandes und der 1. FDJ-KreissekretĂ€r.
Das Sekretariat der Kreisleitung nahm direkt Einfluss auf die Arbeit der staatlichen Organe, beispielsweise den Rat des Kreises. GrundsĂ€tzlich konnten die Parteigremien den staatlichen Organen offiziell ânurâ Empfehlungen in der operativen Arbeit geben, waren allerdings in Kaderfragen (Personalentscheidungen) zustimmungspflichtig. Mitglied der SED-Kreisleitung war stets der Leiter der Kreisdienststelle des MfS. Der 1. KreissekretĂ€r war auch Leiter der Kreiseinsatzleitung, fĂŒr die FĂŒhrung des Kreises im militĂ€rischen Verteidigungszustand verantwortlich.
Als Kontrollorgane fungierten die Kreisrevisionskommission, die Finanzen und Einhaltung der BeschlĂŒsse kontrollierte, und die Kreisparteikontrollkommission, die innerparteiliche AblĂ€ufe prĂŒfte und direkt dem Sekretariat unterstand. Das Zusammentreten der Kreisdelegiertenkonferenz, an der gewĂ€hlte Vertreter der Grundorganisationen (ParteisekretĂ€r und, entsprechend der GröĂe, mehrere Mitglieder) teilnahmen, war Anlass, Rechenschaft abzulegen, BeschlĂŒsse zu fassen, die Arbeit des Sekretariates und der Kreisleitung zu bestĂ€tigen und eine neue Kreisleitung zu wĂ€hlen. In gröĂeren Orten war eine Ortsleitung und eine Ortsdelegiertenkonferenz zwischen Kreisleitung und Grundorganisationen installiert, um auch Parteimitglieder, die nicht in betrieblichen Grundorganisationen erfasst wurden (Rentner, kleinere Handwerksbetriebe, Freiberufler etc.), zu organisieren. Der Kreisleitung war eine Kreisparteischule zugeordnet.
Ein Bild der Arbeit einer Kreisleitung und ihres 1. SekretĂ€rs zeichnete der thĂŒringische Schriftsteller Landolf Scherzer in seinem Buch Der Erste.
In kreisfreien StÀdten gab es die Stadtleitung der SED mit nachgegliederten Stadtbezirksleitungen mit Parteigremien in den Betrieben des Territoriums bzw. Wohnparteileitungen (WPO).
Bezirksleitung
Diese Struktur setzte sich ĂŒber die 15 Bezirke mit der Bezirksleitung (BL) und deren Sekretariat sowie den oben genannten Kommissionen fort.
Einen Sonderfall stellte die Gebietsparteileitung Wismut dar, deren Verantwortungsbereich sich in diversen regulÀren Bezirken befand und die den Rang einer Bezirksleitung hatte.
Die Bezirksleitung als Gremium war ein gewĂ€hltes, ehrenamtlich agierendes Organ analog zum Zentralkomitee mit Mitgliedern und Kandidaten. Daneben bestand die Verwaltungsinstitution Bezirksleitung, die angestellte Mitarbeiter hatte, die aber selten Mitglieder des Gremiums BL waren, sondern den Parteiapparat verwalteten. Deren 1. SekretĂ€r wurde unterstĂŒtzt vom 2. SekretĂ€r und dem Sekretariat mit Verantwortlichen fĂŒr Agitation und Propaganda, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Landwirtschaft. Diesem Sekretariat gehörten analog der Kreisleitung die Bezirkschefs von FDJ, FDGB, Bezirksplankommission, Bezirksparteikontrollkommission etc. an. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde keine Unterscheidung zwischen der Bezirksleitung und ihrem Sekretariat, dem eigentlichen Machtzentrum, vorgenommen.cite-ref-28[28]
Der Erste SekretĂ€r der Bezirksleitung verfĂŒgte ĂŒber eine betrĂ€chtliche MachtfĂŒlle im Bezirk, war Mitglied des Zentralkomitees der SED und seltener sogar Kandidat oder Mitglied des PolitbĂŒros des ZK der SED. Die 1. SekretĂ€re wurden wegen ihrer Rolle abfĂ€llig ProvinzfĂŒrsten oder LandesfĂŒrsten genannt.cite-ref-29[29]cite-ref-30[30]cite-ref-31[31]
Der Erste SekretĂ€r war zugleich Vorsitzender der jeweiligen Bezirkseinsatzleitung (BEL), die fĂŒr die Leitung des Bezirks im Verteidigungsfall als Organ des Nationalen Verteidigungsrates zustĂ€ndig war. Sitz der BEL war in Friedenszeiten in der Regel das NVA-Wehrbezirkskommando. FĂŒr den Verteidigungsfall standen gedeckt vorbereitete AusweichfĂŒhrungsstellen (AFĂŒSt) zur VerfĂŒgung. Mitglied der BEL war unter anderem immer der jeweilige Leiter der Bezirksverwaltung fĂŒr Sicherheit (BfS) des MfS und der Bezirksbehörde der Volkspolizei (BDVP). Dies bedeutete, dass der Leiter der BfS formal dem SED-Bezirkschef unterstellt war, aber in allen operativen Fragen eigene Befehlsgewalt hatte.
Der Bezirksleitung war als BildungsstÀtte eine Bezirksparteischule zugeordnet. Ebenso unterstand der BL eine Tageszeitung (beispielsweise die Lausitzer Rundschau der Bezirksleitung Cottbus) mit zahlreichen Lokalredaktionen, die zum Parteibetrieb VOB Zentrag gehörte.
Die 1. SekretĂ€re der SED-Kreis- und Bezirksleitungen waren jeweils schon Nomenklaturkader, das heiĂt, sie mussten vor ihrer Wahl in diese Parteifunktion vom ZK der SED, genauer dem Sekretariat des ZK, bestĂ€tigt werden.
Zentralkomitee
Das Zentralkomitee (ZK) war das höchste Organ in der Parteistruktur zwischen den Parteitagen. Das Machtzentrum lag dabei beim Sekretariat des ZK, dem ein GeneralsekretĂ€r (von 1953 bis 1976 Erster SekretĂ€r) vorstand. Dieser fĂŒhrte wiederum den Vorsitz im PolitbĂŒro. In der politischen Rangfolge standen die Mitglieder des PolitbĂŒros ĂŒber den Ministern, die ZK-SekretĂ€re und Abteilungsleiter waren gegenĂŒber den staatlichen Ministern weisungsbefugt. Diese FĂŒhrungsrolle ergibt sich aus der Verfassung von 1968, in der die FĂŒhrungsrolle der SED festgeschrieben wurde.
Die Delegierten des III. Parteitags der SED wĂ€hlten 1950 ein Zentralkomitee nach sowjetischem Vorbild, das an die Stelle des bis dahin paritĂ€tischen Parteivorstands trat. Auffallend war im ZK die Dominanz ehemaliger KPD-Mitglieder (62,5 %) ĂŒber die ehemaligen SPD-Mitglieder (24 %). Von der anfĂ€nglichen ParitĂ€t innerhalb der SED war vier Jahre nach der Vereinigung der Arbeiterparteien wenig ĂŒbrig geblieben.cite-ref-32[32]
1989 bestand das ZK aus 165 Mitgliedern und 57 Kandidaten. Alle hochrangigen Partei- und StaatsfunktionĂ€re der DDR waren â sofern Mitglied der SED â im ZK vertreten. Von Institutsdirektoren ĂŒber Generaldirektoren wichtiger Kombinate, dem PrĂ€sidenten des Schriftstellerverbandes, GenerĂ€len bis hin zu verdienten Parteiveteranen waren alle wichtigen FunktionstrĂ€ger vertreten. Das ZK war â wie die gesamte obere Machthierarchie der DDR â mĂ€nnlich dominiert, der Frauenanteil stieg seit 1950 nie ĂŒber 15 Prozent.
Die GeneralsekretÀre bzw. Ersten SekretÀre des ZK der SED waren:
⹠Walter Ulbricht, 25. Juli 1950 GeneralsekretÀr, 26. Juli 1953 bis 3. Mai 1971 Erster SekretÀr
⹠Erich Honecker, 3. Mai 1971 Erster SekretÀr, 22. Mai 1976 bis 18. Oktober 1989 GeneralsekretÀr
⹠Egon Krenz, 18. Oktober 1989 bis 3. Dezember 1989 GeneralsekretÀr
Den etwa zehn ZK-SekretÀren waren die insgesamt 40 verschiedenen Abteilungen des ZK mit hauptamtlichen Mitarbeitern zugeordnet. Gab es 1970 noch 1.000 Mitarbeiter, waren es 1987 schon 2.000 Mitarbeiter. Eine Abteilung wurde jeweils durch einen Abteilungsleiter und seinen Stellvertreter geleitet, ebenfalls einflussreiche Positionen im DDR-Machtapparat. Jede Abteilung war wiederum in Sektoren gegliedert mit Sektorenleitern, Mitarbeitern und Instrukteuren.
ZK-Mitglieder und Mitarbeiter hatten mit ihren Dienstausweisen freien Zugang zu allen staatlichen und Parteieinrichtungen, eigene Ferienheime und andere Privilegien.
Das ZK der SED hatte zuerst seinen Sitz im Kaufhaus JonaĂ, seit 1959 im Haus am Werderschen Markt in Berlin-Mitte.
Das Zentralkomitee wurde oft als âkleiner Parteitagâ bezeichnet, da es gemÀà den Parteistatuten in der Zeit zwischen den Parteitagen als höchstes Organ der SED fungierte. Es behandelte die jeweiligen Agenden mehrmals im Jahr in Plenartagungen und segnete die Arbeit des PolitbĂŒros ab. Die Anzahl der ZK-Tagungen zwischen den Parteitagen schwankte mitunter sehr stark. Kam es etwa zwischen dem II. und dem III. Parteitag zu 27 Tagungen, so hielt das ZK zwischen dem X. und dem XI. Parteitag nur mehr 12 Tagungen ab.cite-ref-33[33] WĂ€hrend unter dem 1. SekretĂ€r Ulbricht noch lebhafte Diskussionen im ZK stattfanden, tagte unter seinem Nachfolger Honecker dieses Gremium nur noch sehr förmlich zweimal im Jahr. Die Tagesarbeit ĂŒbernahm stattdessen das PolitbĂŒro, ein kleiner Zirkel der SekretĂ€re des ZK und anderer hochrangiger ParteifunktionĂ€re.
Die ZĂ€hlung der Tagungen des Zentralkomitees zwischen den Parteitagen begann nach einem Parteitag jeweils von Neuem.
So fand die 9. Tagung des ZK nach dem XI. Parteitag am 18. Oktober 1989 statt, bei der Erich Honecker als GeneralsekretĂ€r, Staatsratsvorsitzender und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates abgelöst und durch Egon Krenz ersetzt wurde. Krenz und Erich Mielke hatten am Abend des 16. Oktober 1989 VorgesprĂ€che fĂŒr die Absetzung Honeckers gefĂŒhrt. In der Sitzung des PolitbĂŒros vom 17. Oktober 1989 schlug Willi Stoph als ersten Punkt der Tagesordnung vor: âEntbindung des Genossen Honecker von seiner Funktion als GeneralsekretĂ€r und Wahl von Egon Krenz zum GeneralsekretĂ€râ. GĂŒnter Schabowski erweiterte den Antrag und forderte die Absetzung Honeckers auch als Staatsratsvorsitzenden und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates. Alfred Neumann wiederum forderte darĂŒber hinaus die Ablösung von GĂŒnter Mittag und Joachim Herrmann. Es kam zu einem einstimmigen Beschluss des PolitbĂŒros. Dem ZK der SED wurde vorgeschlagen, Honecker, Mittag und Hermann von ihren Funktionen zu entbinden. Bei der nun folgenden 9. Tagung des Zentralkomitees am 18. Oktober 1989 waren 206 Mitglieder und Kandidaten anwesend. Das ZK folgte der Empfehlung des PolitbĂŒros. Ăffentlich hieĂ es: âDas ZK hat der Bitte Erich Honeckers entsprochen, ihn aus gesundheitlichen GrĂŒnden von der Funktion des GeneralsekretĂ€rs, vom Amt des Staatsratsvorsitzenden und von der Funktion des Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates der DDR zu entbinden.â Egon Krenz wurde per Akklamation einstimmig zum neuen GeneralsekretĂ€r der SED gewĂ€hlt.
Die 10. Tagung des ZK nach dem XI. Parteitag fand von 8. bis 10. November 1989 statt und stand im Eindruck der groĂen UmwĂ€lzungen in Osteuropa. In der nach dem zweiten Sitzungstag am 9. November 1989 im GebĂ€ude MohrenstraĂe 36â37, dem Internationalen Pressezentrum der DDR-Regierung, angesetzten Pressekonferenz verkĂŒndete GĂŒnter Schabowski jene Reiseregelung, welche zum Ăffnen der DDR-Grenzen fĂŒhrte.
Die letzte Sitzung des Zentralkomitees der SED, offiziell die â12. Tagung des ZK nach dem XI. Parteitagâ, fand am 3. Dezember 1989 statt, auf der Hans Albrecht, Erich Honecker, GĂŒnther Kleiber, Werner Krolikowski, Erich Mielke, Gerhard MĂŒller, Alexander Schalck-Golodkowski, Horst Sindermann, Willi Stoph, Harry Tisch, Herbert Ziegenhahn und Dieter MĂŒller aus der Partei ausgeschlossen wurden. Danach traten PolitbĂŒro und ZK geschlossen zurĂŒck.
PolitbĂŒro des Zentralkomitees
Die wichtige Tagesarbeit ĂŒbernahm das PolitbĂŒro, ein kleiner Zirkel hochrangiger ParteifunktionĂ€re, bestehend aus 15 bis 25 Mitgliedern und etwa zehn Kandidaten (Mitglieder ohne Stimmrecht), darunter die etwa zehn SekretĂ€re des ZK. Der GeneralsekretĂ€r des ZK der SED fĂŒhrte zugleich den Vorsitz im PolitbĂŒro. Die offizielle Regierung, der Ministerrat der DDR, hatte die BeschlĂŒsse des PolitbĂŒros nur noch ĂŒber die Ministerien nach unten umzusetzen. Dabei wurde der Ministerrat stĂ€ndig von den Parteigremien kontrolliert, wodurch diese die laut DDR-Verfassung âfĂŒhrende Rolle der Parteiâ sicherstellten. Die Vorsitzenden des Ministerrates und der PrĂ€sident der Volkskammer waren, sofern SED-Mitglieder, auch Mitglieder des PolitbĂŒros.
In der Praxis wurden nur noch die umfangreichen, vom Sekretariat und den Abteilungen des ZK erarbeiteten Vorlagen von den Mitgliedern meist einstimmig beschlossen, die den Mitgliedern zuvor per Kurier zum Aktenstudium zugestellt worden waren. Dabei verlieĂ man sich meist auf die Beschlussempfehlung des fĂŒr das jeweilige Fachgebiet zustĂ€ndigen PolitbĂŒromitglieds, ohne anderen in ihr Fachgebiet hinein zu reden â dies vor allem dann, wenn der GeneralsekretĂ€r auf der Vorlage bereits vorab sein EinverstĂ€ndnis notiert hatte. Ăbergreifend konnte nur er eingreifen. Kontroverse Diskussionen gab es kaum, der GeneralsekretĂ€r behielt sich das Letztentscheidungsrecht vor. Insbesondere Abstimmungen zu Sicherheitsfragen waren tabu, diese wurden direkt zwischen dem jeweiligen Minister und dem GeneralsekretĂ€r streng vertraulich geregelt. Zu speziellen Themen wurden leitende Kader wie Generaldirektoren, Institutsdirektoren, Minister oder StaatssekretĂ€re zur Verteidigung ihrer Entscheidungsvorlage vorgeladen.
Das PolitbĂŒro tagte jede Woche dienstags ab 10 Uhr fĂŒr etwa zwei Stunden in der zweiten Etage des Zentralkomitee-GebĂ€udes, eröffnet und geschlossen wurden die Sitzungen, die nach GĂŒnter Schabowski in einer âKlassenzimmeratmosphĂ€reâ stattfanden, vom GeneralsekretĂ€r.cite-ref-34[34] AuĂerhalb der Sitzungen und in der Urlaubszeit kam es auch zu BeschlĂŒssen im Umlaufverfahren, das heiĂt, eine Unterschriftenmappe wurde von den Mitgliedern zustimmend abgezeichnet.
Die herausgehobene Rolle des PolitbĂŒros im MachtgefĂŒge der DDR zeigt sich u. a. auch daran, dass fĂŒr die Mitglieder und Kandidaten dieses Gremiums bis 1989 eine eigene geschlossene Wohnanlage (die Waldsiedlung Wandlitz) sowie eine eigene EhrengrabstĂ€tte (die GedenkstĂ€tte der Sozialisten) vorgesehen waren.
Kommissionen und Arbeitsgruppen beim SED-PolitbĂŒro und deren Leiter in den 1980ern:
âą Agitationskommission: Joachim Herrmann
âą AuĂenpolitische Kommission: Hermann Axen
âą Kommission Asien, Afrika und arabischer Raum: GĂŒnter Mittag
âą Kaderkommission: Fritz MĂŒller
âą Kulturkommission: Kurt Hager
âą Kommission der Leiter gesellschaftswissenschaftlicher Institute beim ZK der SED: Kurt Hager
âą Frauenkommission: Ingeburg Lange
âą Jugendkommission: Egon Krenz (vorher Kurt Turba)
âą Wirtschaftskommission: GĂŒnter Mittag (tagte alle 14 Tage montags)
âą Arbeitsgruppe Zahlungsbilanz: GĂŒnter Mittag
Bis 1960 gab es beim SED-PolitbĂŒro auch eine Sicherheitskommission (Leiter: Paul Verner), die 1960 durch den Nationalen Verteidigungsrat ersetzt wurde.
FĂŒr die unterstĂŒtzende administrative Arbeit gab es ein BĂŒro des PolitbĂŒros (1946â1949: BĂŒro des Zentralsekretariats), seine Leiter waren:
âą Richard Gyptner (Ex-KPD) und Fritz Schreiber (Ex-SPD) (paritĂ€tisch, 1946â1949)
âą Rudolf Thunig (1949â1953)
âą Otto Schön (1950â1968)
âą Gisela Glende (1968â1986)
âą Edwin Schwertner (1986â1989)
Siehe auch
:
Liste der Mitglieder des PolitbĂŒros des ZK der SED
und
Liste der Kandidaten des PolitbĂŒros des ZK der SED
Sekretariat des Zentralkomitees
Das Sekretariat des ZK tagte jeweils am Mittwoch, um als Planungsstab die am Vortag getroffenen Entscheidungen des PolitbĂŒros umzusetzen und dessen nĂ€chste wöchentliche Sitzung vorzubereiten. Es bestand aus den SekretĂ€ren des ZK der SED. Entscheidende Bedeutung hatte das Sekretariat bei der Auswahl der Nomenklaturkader, dies waren die etwa 300 höchsten Positionen in Partei und Staat, die vor ihrer Neubesetzung durch das ZK-Sekretariat zustimmungspflichtig waren.
Siehe auch
:
Liste der Mitglieder des Sekretariats des ZK der SED
Die praktische Arbeit wurde von den diversen Abteilungsleitern und ihren Mitarbeitern geleistet.cite-ref-35[35] ZK-SekretĂ€r Joachim Herrmann waren beispielsweise die drei Abteilungen Agitation, Propaganda und Befreundete Parteien unterstellt. Die Abteilung Agitation war fĂŒr die Organisation und Lenkung der Massenmedien verantwortlich sowie wichtigste Zensurbehörde der DDR.
Siehe auch
:
Liste der ZK-Abteilungen und ihrer Abteilungsleiter
Vorsitzender der SED
Anders als kommunistische Parteien, die nach dem stalinistischen Modell errichtet worden waren â Stalin hatte sein Amt des GeneralsekretĂ€rs der KPdSU nach dem Tod des Vorsitzenden Lenin zum FĂŒhrungsamt ausgebaut â, kannte die SED grundsĂ€tzlich auch die Funktion eines Vorsitzenden. Doch lag die tatsĂ€chliche Macht von Anfang an auch hier beim GeneralsekretĂ€r; 1954 wurde das Amt ersatzlos abgeschafft.cite-ref-36[36] 1971 wurde es als machtloses Ehrenamt ohne Grundlage in den Statutencite-ref-37[37] unter der Bezeichnung Ehrenvorsitzender fĂŒr Walter Ulbricht neu geschaffen.cite-ref-38[38]
Liste der Vorsitzenden:
âą Wilhelm Pieck, 1946â1954, Ko-Vorsitz (Ex-KPD), StaatsprĂ€sident
âą Otto Grotewohl, 1946â1954, Ko-Vorsitz (Ex-SPD), MinisterprĂ€sident
âą Walter Ulbricht, 1971â1973, Staatsratsvorsitzender
âą Gregor Gysi, 9.â17. Dezember 1989
Rolle der SED in der Gesellschaft und Innenpolitik der DDR
Das erklĂ€rte politische Ziel der SED, die Errichtung und Erhaltung der Diktatur des Proletariats konnte aus ihrer Sicht nur dadurch sichergestellt werden, dass alle gesellschaftlichen Bereiche stĂ€ndiger Kontrolle und Einflussnahme unterlagen. Mit der Doktrin der FĂŒhrungsrolle der Partei sollte es gelingen, die FĂ€den des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens in den parteilichen Machtzentren zusammenlaufen zu lassen. Abgeleitet aus dem Kommunistischen Manifest von Marx und Engels wurde dieser FĂŒhrungsanspruch letztlich seit 1968 in der Verfassung der DDR (Abschnitt I, Kapitel 1, Artikel 1) verankert:
âDie Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat [âŠ] unter FĂŒhrung [âŠ] ihrer marxistisch-leninistischen Partei.â
Rolle der SED in der internationalen Politik
Siehe auch
:
Deutsche Demokratische Republik#AuĂen- und Entwicklungspolitik
Die AuĂenpolitik der SED verfolgte anfangs vor allem das Ziel einer Anerkennung der DDR als souverĂ€nem Staat, spĂ€ter standen wirtschaftliche Ziele im Vordergrund. Die SED verfolgte dabei innerhalb des kommunistischen Parteienspektrums Westeuropas eine durchaus eigenstĂ€ndige AuĂenpolitik mit Beziehungen zu den âBruderparteienâ â anders als etwa die italienische oder französische Kommunistische Partei ĂŒbte die SED keinerlei Kritik an Moskaus AuĂenpolitik. So wurde etwa von Italiens KP der Einmarsch des Warschauer Paktes in die CSSR 1968 und Niederschlagung des Prager FrĂŒhling heftig kritisiert, wĂ€hrend die DDR unter ihrer SED-Regierung den Einmarsch logistisch unterstĂŒtzte. Darunter litt die Beziehung zu den Italienern zunĂ€chst, sie wurde jedoch aus ökonomischen GrĂŒnden und wegen des Werbens um Anerkennung der DDR in Westeuropa beibehalten.cite-ref-39[39]
Westarbeit
â
Hauptartikel
:
Westarbeit der SED
Die SED versuchte auf verschiedene Weise Einfluss auf die Politik der Bundesrepublik zu nehmen. Im Rahmen ihren Westarbeit finanzierte sie insgeheim verschiedene Parteien und Organisationen, darunter die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) bis zu deren Verbot 1956,cite-ref-40[40] den Bund der Deutschen,cite-ref-41[41] die Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW),cite-ref-teichert-187-42-0[42] die Deutsche Friedens-Union,cite-ref-43[43] die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimescite-ref-44[44] und die 1968 gegrĂŒndete Deutsche Kommunistische Partei (DKP).cite-ref-45[45]
Verantwortlich fĂŒr die Finanzierung war die Abteilung Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK der SED unter Karl Raab, ab 1982 unter Heinz Wildenhain. Dieser lieĂ am 10. November 1989, einen Tag nach dem Fall der Berliner Mauer, groĂe Mengen Akten ĂŒber diese AktivitĂ€ten vernichten.cite-ref-teichert-187-42-1[42]
Mitglieder
Zum Zeitpunkt des Vereinigungsparteitags gab es laut den offiziellen Statistiken 679.159 SPD-Mitglieder und 619.256 der KPD, sodass die Partei 1.298.415 Mitglieder angab. Diese Zahl wurde von Beginn an angezweifelt, insbesondere weil rund 200.000 ehemalige SPD-Mitglieder nicht in die SED eintraten; viele davon stillschweigend durch Nichtzahlung des Beitrags, wodurch sie weiter mitgezĂ€hlt wurden. Bis September 1947 stieg die Zahl der SED-Mitglieder stark bis auf 1.766.198 an. Ab Oktober wurde diese um Karteileichen bereinigt, dadurch verringerte sich die Mitgliederzahl im Folgejahr trotz ĂŒber 70.000 NeuzugĂ€ngen um 20.000. Im nĂ€chsten Jahr sank die Mitgliederzahl im Saldo um weitere 169.944.cite-ref-malycha-46-0[46]
In der ParteifĂŒhrung war man auf der einen Seite besorgt ĂŒber den MitgliederrĂŒckgang, wĂ€hrend andererseits auch kein unkontrolliertes Anwachsen gewĂŒnscht war. Ausdruck dessen war die 1949 eingefĂŒhrte Kandidatenzeit von zwei Jahren. Politisch gewollt war es, den Einfluss alter Parteikader aus SPD und KPD zu verringern. TatsĂ€chlich waren dann auch schon Ende 1951 nur noch weniger als 16 % der Mitglieder schon vor 1933 in einer der VorgĂ€ngerparteien oder deren Jugendorganisationen politisch in der Arbeiterbewegung organisiert.cite-ref-malycha-46-1[46]
Im Sommer 1946 öffnete sich die SED im Vorfeld des Wahlkampfes zu den Gemeinde- und Landtagswahlen in der sowjetischen Besatzungszone und zur Berliner Stadtverordnetenversammlung, bei dem sie offensiv die Rolle ehemaliger Nazis in anderen Parteien thematisierte,cite-ref-47[47] fĂŒr ehemalige ânominelleâ Mitglieder der NSDAP. Am 15. Juni 1946 fasste das Zentralsekretariat den grundlegenden Beschluss zur Ăffnung der Partei fĂŒr ânominelle Pgsâ und hob damit einen Unvereinbarkeitsbeschluss auf. Die Aufnahme konnte nun nach âindividueller Beurteilung in den Parteiorganisationenâ erfolgen; bei der Entscheidung berĂŒcksichtigt werden sollten insbesondere Jugendliche und âdie aktive BetĂ€tigung des Betreffenden gegen Hitlerâ. Nach dem 17. Juni 1953, in dessen Folge es bis zum MĂ€rz 1954 zu 23.173 ParteiausschlĂŒssen kam,cite-ref-48[48] wurde von der Abteilung Parteiorgane des Zentralkomitees einmalig auch der Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder an der SED-Mitgliedschaft ermittelt.cite-ref-49[49] Demnach hatten zu diesem Zeitpunkt 8,7 % (106.377) der SED-Mitglieder und -Kandidaten vor 1945 der NSDAP angehört. Regional war dieser Anteil aus bislang nicht abschlieĂend geklĂ€rten GrĂŒnden sehr ungleichmĂ€Ăig verteilt; in Berlin lag er bei lediglich 4 Prozent, in ThĂŒringen in einzelnen Kreisorganisationen dagegen bei bis zu 25 Prozent. Diese SED-Mitglieder mit NS-Vergangenheit lassen sich nach dem Forschungsstand von 2021 in der Hauptsache zwei Gruppen mit unterschiedlichen Profilen zuordnen. Zum einen handelte es sich um jĂŒngere MĂ€nner, die nach einer Vergangenheit in der Hitlerjugend wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges Mitglieder der NSDAP geworden waren, zum anderen um Leitungspersonal in Betrieben und Verwaltungen, das von der Entnazifizierung nicht erfasst worden war. Die Integration der zuletzt genannten Gruppe war mit erheblichen Spannungen verbunden; vor allem wĂ€hrend der 1950er Jahre kam es immer wieder zu âKonflikten zwischen Altkommunisten und WirtschaftsfunktionĂ€renâ, die âals ehemalige NSDAP-Mitglieder der SED beigetreten waren und weiterhin wie lokale Honoratioren auftratenâ.cite-ref-50[50] Ehemalige NSDAP-Mitglieder konnten in der SED weiterhin hohe Posten erlangen, so wurden Anfang der 60er Jahre mit Werner Wittig und Fritz MĂŒller zwei ehemalige Nazis 1. SekretĂ€r der SED-Bezirksleitung Potsdam respektive Leiter der ZK-Abteilung Kader.
Zu Beginn der 1950er Jahre sank die Zahl der Mitglieder weiter mit jĂ€hrlichen Verlusten im zweistelligen Prozentbereich. Die meisten wurden aus der Parteiliste gestrichen, weil sie den Beitrag nicht zahlten. Dies war eine beliebte Möglichkeit stillschweigend auszutreten, da man dadurch inquisitorische Fragen nach den GrĂŒnden vermeiden konnte. Der absolute Tiefstand wurde 1952 mit 1.125.691 Mitgliedern erreicht.cite-ref-malycha-46-2[46]
| Jahr | Arbeiter | Bauern | Angestellte | â Intelligenz â |
|---|---|---|---|---|
| 1946 | 54,2 | 5,4 | 17,5 | 3,7 |
| 1947 | 49,5 | 6,0 | 19,1 | 4,1 |
| 1948 | 47,7 | 5,8 | 20,3 | 4,3 |
| 1949 | 45,9 | 6,0 | 20,6 | 4,9 |
| 1950 | 42,5 | 5,9 | 22,3 | 5,8 |
| 1951 | 41,2 | 4,6 | 29,3 | 4,5 |
| 1952 | 39,6 | 4,5 | 31,8 | 4,8 |
| 1953 | 39,0 | 4,5 | 32,4 | 5,2 |
| 1956 | 34,3 | 5,0 | 32,8 | 8,9 |
| 1959 | 33,7 | 5,3 | 33,2 | 8,8 |
| 1960 | 34,3 | 6,4 | 32,3 | 8,7 |
Die soziale Zusammensetzung der Mitglieder unterlag von Anfang an einem starken Wandel. Ab 1946 nahm der Anteil der Arbeiter unter den Mitgliedern, der 1946 noch fast 55 % betragen hatte, betrĂ€chtlich ab. 1959 war der Anteil der Angestellten mit ebenfalls rund einem Drittel fast genauso hoch wie der der Arbeiter. Obwohl die Mitgliederwerbung unter Arbeitern weiter intensiv betrieben wurde, zeigt sich darin die Funktion der SED als dominierende Staats- und Verwaltungspartei. FĂŒr diese war es wichtig, dass möglichst alle Funktionen in der Verwaltung und der Wirtschaft politisch von ihr beherrscht wurden. Um Ă€uĂerlich den Anschein einer Arbeiterpartei zu erhalten, wurden aufgrund eines Sekretariatsbeschlusses ab 1962 hauptamtliche FunktionĂ€re der Partei und ihrer Organisationen und auch bewaffneter Organe als in der Statistik als Arbeiter aufgefĂŒhrt. Somit ist diese fĂŒr die Folgejahre wenig aussagefĂ€hig.cite-ref-malycha-46-3[46] Es gelang der Partei nie, eine breitere Verankerung in der Arbeiterschaft zu erreichen.cite-ref-schroeder-909-52-0[52]
Der Frauenanteil in der Partei lag, bedingt durch die deutsche geschichtliche Entwicklung, in der nur wenige Frauen in Parteien organisiert waren, 1950 bei 21,5 % und konnte bis 1960 trotz aller Versuche der ParteifĂŒhrung ihn zu erhöhen nur unwesentlich auf 23,5 % erhöht werden. Die SED war in ihren Anfangsjahren, wie schon ihre VorgĂ€ngerparteien, in Relation zur Gesamtbevölkerung ĂŒberaltert. GegrĂŒndet wurden die meisten Parteien von Altmitgliedern aus der Zeit vor 1933 und insgesamt war die Bereitschaft jĂŒngerer MĂ€nner, sich nach Krieg und oft Gefangenschaft politisch zu betĂ€tigen gering, so dass 1946 nur 8,8 % der Mitglieder jĂŒnger als 30 Jahre war. Nachdem sich dieser Wert, bedingt durch intensive Anwerbung jĂŒngerer Mitglieder, bis 1948 auf 16,7 % erhöht hatte, sank die relative Zahl jĂŒngerer Mitglieder bis 1960 auf 9,3 % der bis 25-jĂ€hrigen unter BerĂŒcksichtigung des von 21 auf 18 vorverlegten Eintrittsdatums. Im weiteren Bestehen gelang es der SED verstĂ€rkt jĂŒngere Mitglieder aufzunehmen. 1970 waren 19,4 % und 1986 23,6 % der Mitglieder jĂŒnger als 30 Jahre. ZurĂŒckzufĂŒhren ist das darauf, dass Parteimitglieder bessere gesellschaftliche und berufliche Aufstiegschancen hatten.cite-ref-malycha-46-4[46] besonders ParteifunktionĂ€re, die als Staats- und Wirtschaftskader als politische BĂŒrokraten agierten, genossen materielle und immaterielle Vorteile, zu denen die Mehrheit der Bevölkerung keinen Zugang hatte.cite-ref-schroeder-909-52-1[52]
Im Juni 1971 hatte die Partei 1.909.859 Mitglieder. Insbesondere vor Parteitagen wurde in den Folgejahren die Mitgliederwerbung intensiviert und 1975 waren es erstmals ĂŒber zwei Millionen Mitglieder und Kandidaten. 1987 erreichte der Mitgliederstand seinen Höchstwert mit 2.328.331. Das entsprach ungefĂ€hr jedem sechsten DDR-BĂŒrger ĂŒber 18 Jahren.cite-ref-malycha-46-5[46]
1989 begann sich der AbwĂ€rtstrend schon im ersten Halbjahr abzuzeichnen, in dem schon Tausende ihre Mitgliedschaft kĂŒndigten. Im Sommer verstĂ€rkte sich dieser Trend mit ungefĂ€hr 100.000 Austritten zwischen August und Oktober. In einer zweiten Austrittswelle in den Monaten Oktober/November folgten weitere 220.000, bevor eine regelrechte Flucht aus der Partei begann, in der bis Ende Januar 1990 insgesamt 907.480 die SED verlieĂen.cite-ref-malycha-46-6[46]
Klaus Schroeder bezeichnet die DDR als Land der âkleinen Leuteâ, da Personen bĂŒrgerlicher Herkunft kaum Aufstiegschancen hatten, und deshalb insbesondere in der FĂŒhrungsebene ehemalige âkleine Leuteâ regierten. Diese sicherten nach ihrem Aufstieg fĂŒr sich und ihre Klasse Privilegien.cite-ref-53[53]
Siehe auch
: Kategorie:SED-Mitglied
Parteialltag
Die SED hatte zuletzt etwa 2,3 Millionen Mitglieder, wĂ€hrend die Gesamtbevölkerung der DDR 16,8 Millionen Menschen umfasste, davon etwa 8 Millionen ErwerbstĂ€tige. Allein 339.000 Mitglieder, also 15 Prozent, waren 1981 Nomenklaturkader, das heiĂt hohe leitende Partei- oder WirtschaftsfunktionĂ€re.
In der DDR war der Begriff Die Partei als Synonym fĂŒr die SED gebrĂ€uchlich und wurde dort zum geflĂŒgelten Wort.cite-ref-54[54] Der Name der 2004 gegrĂŒndeten Satirepartei Die PARTEI spielt darauf an.cite-ref-55[55]
In den spĂ€ten 1980er Jahren der DDR wurde es, bedingt durch zunehmende WidersprĂŒche zwischen der erlebten gesellschaftlichen Wirklichkeit und der verkĂŒndeten Theorie, immer schwieriger, insbesondere junge Menschen zum Parteieintritt zu bewegen. WĂ€hrend einige den beruflichen Aufstieg durch eine Parteimitgliedschaft fördern wollten oder damit gedrĂ€ngt wurden â so wurde es MeisteranwĂ€rtern nahegelegt, in die SED einzutreten â, war es gerade fĂŒr die Verantwortlichen schwierig, die geforderte Anzahl Arbeiter zu werben. In den Kreisen der kĂŒnstlerischen Intelligenz und in der Ărzteschaft galt es traditionell eher als befremdlich, âGenosseâ zu sein, aber Spitzenpositionen waren auch dort an ein âBekenntnis zur Parteiâ gekoppelt.
FĂŒr die SED arbeiteten etwa 44.000 hauptamtliche Mitarbeiter und 300.000 nebenamtliche Mitarbeiter, darunter 100.000 ParteisekretĂ€re, wobei zumindest die einfachen Mitarbeiter lediglich knapp durchschnittlich zu einem vergleichbaren Wirtschaftskader bezahlt wurden.
Aufnahme
Die Aufnahme in die SED erfolgte ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Es bedurfte eines schriftlichen begrĂŒndeten Antrags auf Mitgliedschaft als âKandidat der SEDâ, der von zwei BĂŒrgen unterstĂŒtzt werden musste, die langjĂ€hrige Mitglieder der SED waren und den Antragsteller kannten. Die Kandidatenzeit dauerte fĂŒr âAngehörige der Arbeiterklasseâ ein Jahr, fĂŒr andere lĂ€nger.cite-ref-56[56]
In dieser Zeit hatte der Kandidat die Pflicht und das Recht, an allen Parteiversammlungen der zustÀndigen Grundorganisation ohne Stimmrecht teilzunehmen. Es erfolgte eine spezielle Kandidatenschulung, und oftmals wurden KandidatenauftrÀge vergeben. Sie hatten zum Beispiel folgende Form:
âDer Genosse XYZ sichert eine hohe Ordnung in seiner Abteilung.â
âGemeinsam mit dem Genossen ABC hĂ€lt Genosse XYZ Kontakt zur Patenklasse und fĂŒhrt zwei Veranstaltungen im Rahmen der Patenschaftsarbeit durch.â
âAls Mitglied der Kampfgruppe des Kombinates erfĂŒllt Genosse XYZ alle ihm ĂŒbertragenen Aufgaben mit hoher QualitĂ€t und Einsatzbereitschaft.â
Nach Ablauf der Kandidatenzeit wurde in der Parteigruppe abgestimmt, ob die Aufnahme als Mitglied erfolgen sollte, wobei es auch zu Ablehnungen oder VerlĂ€ngerung der Kandidatenzeit kam. Allerdings war dies sehr selten und hĂ€ufig mit Kritik an der Grundorganisation seitens ĂŒbergeordneter Leitungen verbunden. Der betreffende Kandidat musste mit Benachteiligungen und Anfeindungen im Berufsleben rechnen.
FĂŒr die Aufnahme war die Zugehörigkeit zu sozialen Schichten oder Klassen maĂgebend. Es bestanden fest vorgegebene ZahlenverhĂ€ltnisse zwischen den Mitgliedern aus den Gruppen der Arbeiter, Angestellten, Genossenschaftsbauern, Angehörigen der sozialistischen Intelligenz, Handwerker und Freiberufler. WĂ€hrend Arbeiter und Genossenschaftsbauern praktisch ohne BeschrĂ€nkung in die âArbeiterparteiâ SED eintreten durften, ja sogar gezielte Werbeaktionen fĂŒr sie durchgefĂŒhrt wurden, war es unter UmstĂ€nden fĂŒr Angehörige der Intelligenz (insbesondere Lehrer) besonders dann schwer, in die SED aufgenommen zu werden, wenn gerade die ZahlenverhĂ€ltnisse zwischen den Gruppen nicht mit den Vorgaben ĂŒbereinstimmten. Teilweise mussten sich die weniger gewĂŒnschten Schichten jahrelang mit dem Kandidatenstatus begnĂŒgen. 1986 wurden 58,2 % aller Mitglieder als âArbeiterâ eingestuft, tatsĂ€chlich Produktionsarbeiter waren aber nur 37,9 %. Angehörige der Intelligenz waren offiziell nur 22,4 % und Rentner 14 % aller Mitglieder.
In der Praxis kam es zu den abenteuerlichsten Verbiegungen, um noch als gewĂŒnschter Arbeiter zu gelten. So galt der Generaldirektor eines Betriebes, wenn er vor 40 Jahren seine Karriere als Arbeiter begonnen hatte, zeitlebens als Arbeiter.
Bei erfolgreicher Aufnahme wurden dem neuen Genossen die Dokumente, das heiĂt Mitgliedsausweis, Parteiprogramm und Parteistatut (zwei kleine rote BĂŒchlein, Format etwa DIN A6) feierlich ĂŒbergeben. Der Verlust des Mitgliedsausweises (âParteidokumentâ) galt als grobe Verfehlung, da er ja dem âKlassenfeindâ in die HĂ€nde fallen konnte, und wurde mindestens mit einer RĂŒge geahndet. In den Anfangsjahren mussten die Genossen den Ausweis stĂ€ndig bei sich tragen. In den harten Zeiten des Kalten Krieges der 1950er Jahre wurde noch wesentlich stĂ€rker auf Parteidisziplin geachtet, und der Ausschluss des betreffenden Genossen wĂ€re sicher gewesen.
BeschlĂŒsse wurden nach Diskussion meist einstimmig gefasst, Stimmenthaltung war laut Parteistatut nicht vorgesehen. Die Diskussionen wurden auch von unten nach oben immer einsilbiger, bis es auf den Parteitagen nur noch zur Verlesung vorher schriftlich eingereichter und genehmigter âDiskussionsbeitrĂ€geâ kam.
Ende der Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft in der SED endete durch Ausschluss, Austritt (Streichung) oder Tod. Ein Austritt war jedoch faktisch nicht möglich, da der betreffende abtrĂŒnnige Genosse einfach vorher ausgeschlossen wurde. Dies wurde dann als Streichung bezeichnet. Parteistrafen wie RĂŒge, Strenge RĂŒge und Ausschluss wurden durch die Parteikontrollkommissionen auf allen Parteiebenen verhĂ€ngt, die ĂŒber die âEinheit und Reinheitâ der Partei streng zu wachen hatten. In ihren Untersuchungen arbeiteten die Parteikontrollkommissionen eng mit staatlichen Organen wie der Volkspolizei zusammen.
Vorsitzende der Zentralen Parteikontrollkommission (ZPKK) beim ZK der SED:
âą Hermann Matern (Ex-KPD) und Otto Buchwitz (Ex-SPD) (paritĂ€tisch, 1948â1950)
âą Hermann Matern (1950â1971â )
âą Erich MĂŒckenberger (1971â1989)
âą Werner Eberlein (1989)
Mit RĂŒgen wurden auch âmoralische Verfehlungenâ wie Ehebruch, die eines Parteimitgliedes im öffentlichen und persönlichen Leben nicht wĂŒrdig waren, geahndet. Eine strafrechtliche Verurteilung fĂŒhrte zum Parteiausschluss.
| Jahr | Parteistrafen | AusschlĂŒsse | Streichungen |
|---|---|---|---|
| 1987 | 19.470 | 7.516 | 1.349 |
| 1988 | 22.998 | 10.849 | 1.956 |
Eine Sonderform, seine Parteimitgliedschaft wieder zu verlieren, war der etwa alle zehn bis fĂŒnfzehn Jahre stattfindende Umtausch der Parteidokumente, das heiĂt, es wurde ein neuer Mitgliedsausweis ausgegeben. Dies war mit einer umfassenden innerparteilichen Diskussion und âReinigungâ verbunden, in der âunzuverlĂ€ssigeâ Genossen nicht wieder in die Partei kamen, es erfolgte sozusagen ein âkalter Ausschlussâ mit der Streichung von der Mitgliederliste. So wurden zum Beispiel zwischen Januar und Juli 1951 ca. 22 % der Mitglieder wegen âideologischer Unreifeâ ausgeschlossen. Der letzte Umtausch war im Herbst 1989 kurz vor dem Ende der DDR geplant. Er ging einher mit persönlichen GesprĂ€chen in den Grundorganisationen. Die Herbstereignisse lieĂen den Umtausch platzen, und es wurden keine neuen Parteidokumente mehr ausgegeben. Sie waren jedoch bereits in den Kreisleitungen vorhanden und ausgestellt.
Parteiversammlung
Als Mitglied der SED nahm man an den Parteigruppenversammlungen beziehungsweise Mitgliederversammlungen der Betriebsparteiorganisationen (BPO) oder bei nicht ErwerbstÀtigen/Rentnern der Wohngebietsparteiorganisationen (WPO) teil. Man konnte gewÀhlt werden und wÀhlen. Kandidaten hatten nur beratende Stimme. In den Versammlungen gab es eine Tagesordnung und ein Versammlungsprotokoll.
Der Information der etwa 100.000 ParteisekretÀre diente das parteiinterne und weitestgehend vertrauliche Mitteilungsblatt Parteiinformation. In den Versammlungen wurden hÀufig Argumentationen zu aktuellen Geschehnissen daraus vorgetragen.
Die Parteiversammlung fand monatlich in allen Betrieben immer montags nach Arbeitsschluss, also ab etwa 17 Uhr statt und dauerte ein bis zwei Stunden. Sie war nur Genossen und Kandidaten zugĂ€nglich. In AusnahmefĂ€llen wurden öffentliche Versammlungen durchgefĂŒhrt. Neben den Sitzungen der Grundorganisation wurden monatliche ZusammenkĂŒnfte der Abteilungsparteiorganisation (APO) und das Parteilehrjahr durchgefĂŒhrt. In verschiedenen Grundorganisationen, so etwa bei SED-Kreisleitungen, gab es abweichende Zeiten fĂŒr die Parteiversammlungen â beispielsweise Freitag frĂŒh. Gern wurde dort als Einstieg auch ein sogenanntes Arbeiterkampflied gesungen. Von den Mitgliedern wurde erwartet, dass sie den Text beherrschten.
Parteilehrjahr
Das Parteilehrjahr diente der politisch-ideologischen Schulung der Mitglieder und wurde monatlich durchgefĂŒhrt.cite-ref-57[57] Geleitet wurde es von einem Mitglied der Parteileitung der Grundorganisation beziehungsweise einem geschulten Propagandisten. Es wurde zentral mit Veranstaltungen fĂŒr die Seminarleiter begonnen. An den Seminaren nahmen auch Nichtmitglieder teil, wenn sie besondere FĂŒhrungspositionen einnahmen. FĂŒr Lehrer existierte ein Beschluss der Gewerkschaft, in der die Teilnahme fĂŒr Parteilose verpflichtend war. Aus einem Themenangebot wĂ€hlte die Parteileitung das fĂŒr die Grundorganisation bedeutsame aus. In hohen Auflagen wurden BroschĂŒren zur UnterstĂŒtzung der Arbeit im Dietz-Verlag herausgegeben. Dieses Material wurde von den Teilnehmern des Lehrjahres fĂŒr den Preis von 1,60 Mark kĂ€uflich erworben.
Themenbeispiele:
âą 1970/71: Die Leninsche Theorie des Imperialismus â SchlĂŒssel zum VerstĂ€ndnis des Imperialismus in seiner gegenwĂ€rtigen Entwicklungsetappe
âą 1978/79: Theorie und Politik der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in der DDR
âą 1983/84: Grundlehren der marxistisch-leninistischen Philosophie
âą 1985/86: Grundprobleme der politischen Ăkonomie des Sozialismus und der ökonomischen Strategie der SED
âą 1987/88: Leninsche Theorie ĂŒber den Imperialismus
ZusĂ€tzlich zum Parteilehrjahr gab es in den Betrieben in den 1980er Jahren das Argument der Woche, kurze politische Schulungen fĂŒr die Mitarbeiter durch ein dazu beauftragtes Mitglied der SED.
Parteischulen
Die SED-Parteischulen waren ebenfalls nach dem hierarchischen Muster der staatlichen Verwaltung organisiert. Auf der unteren Ebene existierten die Kreisparteischulen (KPS) mit Abendkursen, danach kam die Delegation zu den Landesparteischulen wie der Brandenburgs auf dem vormaligen Gut Schmerwitz bzw. nach GrĂŒndung der Bezirke zu den Bezirksparteischulen (BPS, 1 Jahr Direktstudium) und schlieĂlich gab es an der Spitze die Parteihochschule âKarl Marxâ (PHS, 1 und 3 Jahre Studium) in Berlin.
In den 1980er-Jahren bildeten 255 SED-Kreis- und 478 Betriebsschulen die Basis des Schulungssystems. Dort wurden die Kurse neben dem Beruf absolviert. An den 15 Bezirksparteischulen â so etwa in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg â gab es dreimonatige oder einjĂ€hrige Vollzeit-LehrgĂ€nge.cite-ref-58[58] An der Bezirksparteischule in Ballenstedt beispielsweise absolvierten von 1956 bis 1989 â also in einer Zeitspanne von 33 Jahren â mehr als 16.000 SED-Parteimitglieder aus den DDR-Bezirken Halle (bis 1989) und Magdeburg (bis 1975) einjĂ€hrige LehrgĂ€nge. WĂ€hrend der Zeit des Studiums bekamen die Kursteilnehmer 80 Prozent ihres vorigen Nettogehalts als Stipendium.
Ăblicherweise konnte die nĂ€chste Stufe nur absolvieren, wer zuvor die vorhergehende Schule erfolgreich absolviert hatte. Bezirks- und Parteihochschule waren auch im Fernstudium möglich. Der Abschluss an der Parteihochschule war Diplom-Gesellschaftswissenschaftler. Rektorin der Parteihochschule war von 1950 bis 1983 die als besonders orthodox bekannte Hanna Wolf, mit sehr engen persönlichen Kontakten zum GeneralsekretĂ€r.
Weitere Einrichtungen auf zentraler Ebene waren das Institut fĂŒr Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (IML) und die Akademie fĂŒr Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Deren theoretisches Organ war die Monatszeitschrift Die Einheit. Als Material fĂŒr die aktuelle Parteiarbeit gab das ZK der SED die Monatsschrift Neuer Weg heraus.
Alternativ war eine Delegierung zum Besuch der Parteihochschule der KPdSU in Moskau möglich. Hier studierten im Ein- oder Dreijahresstudium viele Kader aus allen sozialistischen LÀndern und Volksdemokratien. Die Diskussionen waren von einer wesentlich offeneren globalen Perspektive geprÀgt. Aufgrund dieses Moskauaufenthaltes sprachen viele leitende Parteikader (ab 1. KreissekretÀr aufwÀrts) exzellent Russisch. Absolvent als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler mit Staatsexamen war zum Beispiel Egon Krenz.
Ohne den Besuch einer Parteihochschule war es in der DDR praktisch unmöglich, eine staatliche oder innerparteiliche Spitzenposition zu erreichen, da fachliche und gesellschaftliche Qualifikation fĂŒr den âsozialistischen Leiterâ eine Einheit darstellten.
Vermögen und Infrastruktur der SED
Die SED verfĂŒgte ĂŒber umfangreiches Vermögen, insbesondere Infrastruktureinrichtungen wie ParteigebĂ€ude, Druckereien, Zeitungsverlage, aber auch Erholungseinrichtungen und anderes. Weiterhin bestand ein Auslandsvermögen, das unter anderem zur UnterstĂŒtzung von Schwesterparteien im Westen und der Dritten Welt, aber auch zu geheimdienstlichen Zwecken eingesetzt wurde, sowie ca. 160 eingetragene Parteibetriebe.
Mit dem 1. Juni 1990 ging das bis August 1989 bestehende Vermögen der SED zur PrĂŒfung und treuhĂ€nderischen Verwaltung in die HĂ€nde der UnabhĂ€ngigen Kommission zur ĂberprĂŒfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen (UKPV) und der Treuhandanstalt ĂŒber.
In verschiedenen Organisationen, insbesondere in der SED, aber auch in den anderen Parteien sowie den teilweise in Auflösung befindlichen Massenorganisationen versuchten FunktionĂ€re auf verschiedenen Ebenen, die GeldbestĂ€nde am Gesetz vorbei zu âsichernâ oder fĂŒr private Zwecke zu veruntreuen. Alleine das nach der Wende sichergestellte Vermögen der SED belĂ€uft sich auf rund 1,16 Milliarden Euro.cite-ref-59[59] Dazu zĂ€hlen nach einem â noch nicht rechtskrĂ€ftigen â Urteil des Obergerichts des Kantons ZĂŒrich vom 25. MĂ€rz 2010 128.355.788 Euro, welche 1992 spurlos von Konten der ehemaligen DDR-Handelsgesellschaft Novum und deren Tochtergesellschaft Transcarbon verschwunden waren. Alleinige Gesellschafterin der beiden Unternehmen war die Ăsterreicherin Rudolfine Steindling, genannt âRote Finiâ. Sie hat sich das Geld 1991 von der Bank Austria bar auszahlen lassen. Die Unicredit Bank Austria muss, als Rechtsnachfolger, der Bundesrepublik Deutschland den Schaden ersetzen.cite-ref-60[60]
Ein weiteres Beispiel ist der als Putnik-Deal bekanntgewordene Versuch der PDS, ehemaliges SED-Vermögen ins Ausland zu verschieben.
Siehe auch
:
Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR
Siehe auch
Literatur
âą RĂŒdiger Bergien: Im âGeneralstab der Parteiâ. Organisationskultur und Herrschaftspraxis in der SED-Zentrale (1946â1989). Ch. Links, Berlin 2017, ISBN 978-3-86153-932-2.
âą Michel Christian, Jens Gieseke, Florian Peters: Die SED als Mitgliederpartei. Dokumentation und Analyse. Ch. Links, Berlin 2019, ISBN 978-3-96289-047-6.
âą Jens Gieseke, Hermann Wentker (Hrsg.): Die Geschichte der SED. Eine Bestandsaufnahme. Metropol, Berlin 2011, ISBN 978-3-86331-042-4.
âą Andreas Herbst, Gerd-RĂŒdiger Stephan, JĂŒrgen Winkler (Hrsg.): Die SED â Geschichte, Organisation, Politik. Ein Handbuch. Dietz, Berlin 1997, ISBN 3-320-01951-1.
âą Andreas Malycha: Die SED. Geschichte ihrer Stalinisierung 1946â1953. Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-75331-2 (Rezension bei Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft, Rezension bei H-Soz-Kult).
âą Andreas Malycha, Peter Jochen Winters: Die SED. Geschichte einer deutschen Partei. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-59231-7 (Rezension bei Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft, Rezension bei H-Soz-Kult, Rezension bei Sehepunkte).
âą Andreas Malycha: Die SED in der Ăra Honecker. Machtstrukturen, Entscheidungsmechanismen und Konfliktfelder in der Staatspartei 1971 bis 1989. De Gruyter/Oldenbourg, Berlin 2014, ISBN 978-3-486-74709-6 (Rezension bei Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft, Rezension bei H-Soz-Kult, Rezension bei Sehepunkte).
âą Heinz Niemann: Kleine Geschichte der SED. Ein Lesebuch. Verlag am Park, Berlin 2020, ISBN 978-3-947094-55-4.
âą Mario Niemann: Die SekretĂ€re der SED-Bezirksleitungen 1952â1989. Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-76401-0 (Rezension bei Annotierte Bibliografie der Politikwissenschaft, Rezension bei H-Soz-Kult, Rezension bei Sehepunkte).
âą Sabine Pannen: Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! Der innere Zerfall der SED-Parteibasis 1979â1989. Ch. Links, Berlin 2018, ISBN 978-3-96289-004-9 (Rezension bei H-Soz-Kult).
âą Tilman Pohlmann: Die Ersten im Kreis. Herrschaftsstrukturen und Generationen in der SED (1946â1971). V&R unipress, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8471-0660-9 (Rezension bei Sehepunkte).
⹠Peter Joachim Lapp: ParteifunktionÀre in Uniform. Die Politoffiziere der SED, Helios, Aachen 2024, ISBN 978-3-86933-299-4.
Weblinks
Commons
: Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
âą Protokolle des PolitbĂŒros des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands
âą Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv: Tagungen des Zentralkomitees der SED
âą Tonbandprotokolle der Anhörung von ehemaligen Mitgliedern und Kandidaten des SED-PolitbĂŒros vor der Schiedskommission am 20. Januar 1990
âą Podcast: Eliten in der DDR â wie sie lebten, was sie dachten DDR-Geschichte erlebbar machen | MDR AKTUELL
Einzelnachweise
cite-note-11. â Urabstimmung: Die Ergebnisse. In: SPD.Berlin. Abgerufen am 8. Juli 2018.
cite-note-22. â âZeitgenössische Dokumente, die lange Zeit nicht zugĂ€nglich waren, geben darĂŒber Aufschluss, in welchem AusmaĂ oppositionelle und zögernde Sozialdemokraten von sowjetischen MilitĂ€rdienststellen inhaftiert, gemaĂregelt oder eingeschĂŒchtert wurden. Durch Aktenfunde in russischen Archiven lĂ€sst sich nun auch belegen, worĂŒber bislang nur spekuliert werden konnte: Die Entscheidung ĂŒber das Ende der Sozialdemokratie im Osten Deutschlands fiel im Januar 1946 in Moskau. Partei- und Staatschef Stalin sah in der Ausschaltung der SPD eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die Wahrung sowjetischer Sicherheitsinteressen. Sozialdemokraten und Kommunisten sollten nach seinen Vorstellungen auf keinen Fall in den kommenden WahlkĂ€mpfen gegeneinander antreten, da eine Niederlage der KPD und damit des Interessenvermittlers sowjetischer Besatzungspolitik unvermeidlich schien. FĂŒr die Lösung dieses Problems gab es aus sowjetischer Sicht nur eine Möglichkeit: die Vereinnahmung der Sozialdemokraten in einer Einheitspartei.â Zitat nach Andreas Malycha, Erzwungene Vereinigung, FAZ vom 9. Juni 2008, S. 10.
cite-note-33. â Martin Broszat, Hermann Weber: SBZ-Handbuch: Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre FĂŒhrungskrĂ€fte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945â1949. Oldenbourg, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-486-55262-7, S. 418.
cite-note-44. â Martin Broszat, Hermann Weber: SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre FĂŒhrungskrĂ€fte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945â1949. Oldenbourg, MĂŒnchen 1993, S. 489.
cite-note-55. â Andreas Malycha: 1948 â das Jahr des Wandels im Charakter der SED? In: UTOPIE kreativ. Heft 96 (Oktober) 1998, S. 46â47.
cite-note-66. â Andreas Malycha: Die SED. Die Geschichte ihrer Stalinisierung 1946â1953. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2000, S. 136 ff.
cite-note-77. â âSchrittweise wurde in den Jahren 1946/47 das Parteistatut ausgehöhlt, um den sozialdemokratischen Einfluss in den mittleren und unteren Parteiebenen zu beschneiden und die Zentralisation und damit die AutoritĂ€t der Parteispitze zu stĂ€rken.â Zit. n. Andreas Malycha: 1948 â das Jahr des Wandels im Charakter der SED? In: UTOPIE kreativ. H. 96 (Oktober) 1998, S. 47.
cite-note-88. â Andreas Malycha: Die SED. Die Geschichte ihrer Stalinisierung 1946â1953. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2000, S. 207 ff.
cite-note-91. Hermann Weber: Entscheidungsstrukturen in der SED-FĂŒhrung â VerknĂŒpfung von Partei und Staat in der DDR â Mittel und Wege der sowjetischen Einflussnahme Ende der vierziger Jahre. In: Deutscher Bundestag (Hrsg.): Materialien der Enquete-Kommission âAufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktaturâ (12. Wahlperiode des Deutschen Bundestages). Band II, Teil 1, S. 421â431.
cite-note-1010. â âZur Aushöhlung des 1946 beschlossenen Statuts kam es, indem mit den organisationspolitischen Richtlinien vom Dezember 1946 die Betriebsgruppe gegenĂŒber der Ortsgruppe zur entscheidenden Grundeinheit der SED erklĂ€rt, Anfang 1947 die im Statut als verbindlich festgeschriebenen BezirksverbĂ€nde in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg aufgelöst wurden, 1948 und 1949 die vorgeschriebenen Parteitage ausblieben und stattdessen im Jahre 1949 eine Parteikonferenz stattfand, die statutarisch nicht vorgesehen war. Zudem wurde es schon wenige Monate nach ParteigrĂŒndung gĂ€ngige Praxis, Mitglieder der verschiedensten Leitungsebenen von der ĂŒbergeordneten Leitung her abzulösen oder sogar ganze Kreis und OrtsvorstĂ€nde der SED ohne Wahlakt auszutauschen.â Zit. n. Andreas Malycha: 1948 â das Jahr des Wandels im Charakter der SED? In: UTOPIE kreativ. Heft 96 (Oktober) 1998, S. 47.
cite-note-1111. â Autorenkollektiv: Geschichte der SED. 1. Auflage. Dietz Verlag, Berlin 1978, Kapitel 4.4, S. 199.
cite-note-1212. â Martin Broszat, Gerhard Braas, Hermann Weber (Hrsg.): SBZ-Handbuch: Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre FĂŒhrungskrĂ€fte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945â1949. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1993, S. 501.
cite-note-1313. â Programm der SED, S. 106.
cite-note-1414. â Hermann Weber: Die DDR 1945â1990. Oldenbourg, MĂŒnchen 2006, S. 85.
cite-note-1515. â Heike Amos: Politik und Organisation der SED-Zentrale 1949â1963: Struktur und Arbeitsweise von PolitbĂŒro, Sekretariat, Zentralkomitee und ZK-Apparat. LIT Verlag MĂŒnster, 2003, ISBN 978-3-8258-6187-2 (google.com [abgerufen am 16. September 2024]).
cite-note-162. Siegfried Suckut: Parteien in der SBZ/DDR 1945â1952. Bundeszentrale fĂŒr Politische Bildung, Bonn 2000, ISBN 3-89331-384-2, S. 83.
cite-note-1717. â Martin Broszat, Gerhard Braas, Hermann Weber (Hrsg.): SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre FĂŒhrungskrĂ€fte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945â1949. 2. Auflage. Oldenbourg, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-486-55262-7, S. 349â357.
cite-note-1818. â Jutta Braun: Die Zentrale Kommission fĂŒr Staatliche Kontrolle 1948â1953 â Wirtschaftsstrafrecht und Enteignungspolitik. In: Die HinterbĂŒhne politischer Strafjustiz in den frĂŒhen Jahren der SBZ/DDR (= Schriftenreihe des Berliner Landesbeauftragten fĂŒr die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. 4). Berlin 2006, S. 9.
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cite-note-2121. â lernen-aus-der-geschichte.de
cite-note-2222. â Marcus Heumann: Vom Klassenkampf in die Krise: Die II. SED-Parteikonferenz vor 70 Jahren. (mp3-Audio; 17,1 MB; 18:43 Minuten) In: Deutschlandfunk-Sendung âHintergrundâ. 8. Juli 2022, abgerufen am 10. Juli 2022.
cite-note-2323. â âWir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System!â â Rede von Michael Schumann auf dem AuĂerordentlichen Parteitag der SED/PDS am 16. Dezember 1989 in der Dynamo-Sporthalle in Berlin (Memento vom 20. April 2011 im Internet Archive)
cite-note-2424. â Die Linke / PDS: Zur Geschichte der Linkspartei.PDS (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) vom 26. Januar 2006 auf sozialisten.de
cite-note-2525. â GrĂŒndungsbeschluss der Partei DIE LINKE. (Memento vom 19. MĂ€rz 2009 im Webarchiv archive.today) Verschmelzungsbeschluss des Parteitags
cite-note-2626. â Vgl. die entsprechende eidesstattliche Versicherung des Schatzmeisters der Partei, Karl Holluba, wiedergegeben in: Die Welt. 29. April 2009
cite-note-2727. â Der mit römischen Ziffern geschriebene âII. Parteitagâ fand vom 22. bis 24. September 1947 in Berlin statt und hatte folgende Grundthemen: Wirtschaftliche und politische Einheit ganz Deutschlands, Klarheit ĂŒber Reparationszahlungen, eigener AuĂenhandel, Volksabstimmung ĂŒber die Staatsordnung und Zentralverwaltungen zur Vorbereitung einer gesamtdeutschen Regierung, Presse- und Publikationsfreiheit, beschleunigte RĂŒckfĂŒhrung von Kriegsgefangenen; vgl. Geschichtliche Zeit-Tafeln, Deutsche Demokratische Republik, Deutsches Institut fĂŒr Zeitgeschichte (DDR), 1954.
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cite-note-3333. â Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv: Tagungen des ZK der SED
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cite-note-3535. â Manfred Uschner: Die zweite Etage: Funktionsweise eines Machtapparates (= Zeitthemen). Dietz, Berlin 1993, ISBN 978-3-320-01792-7, S. 73.
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cite-note-4141. â Heike Amos: Die Westpolitik der SED 1948/49â1961. âArbeit nach Westdeutschlandâ durch die Nationale Front, das Ministerium fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten und das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit. Akademie Verlag, Berlin 1999, S. 106.
cite-note-teichert-187-4242. â Olav Teichert: Die Sozialistische Einheitspartei Westberlins. Untersuchung der Steuerung der SEW durch die SED. Diss., Kassel 2011, S. 187.
cite-note-4343. â Heike Amos, Manfred Wilke: Die Deutschlandpolitik der SED und ihre »bĂŒrgerlichen BĂŒndnispartner« in der Bundesrepublik 1949 bis 1989. (PDF) Jahrbuch fĂŒr Historische Kommunismusforschung, 2010, abgerufen am 16. September 2024.
cite-note-4444. â Jascha MĂ€rz: Zwischen Politik und Interessenvertretung. Die VerbĂ€nde der politischen Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland von 1947 bis 1990. Diss., Köln 2016, S. 45.
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cite-note-malycha-4646. â Andreas Malycha, Peter Jochen Winters: Die SED â Geschichte einer deutschen Partei. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-59231-7, S. 409â416.
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cite-note-4848. â Andreas Malycha, Peter Jochen Winters: Die SED. Geschichte einer deutschen Partei. MĂŒnchen 2009, S. 122.
cite-note-4949. â Siehe Michel Christian, Jens Gieseke, Florian Peters: Die SED als Mitgliederpartei. Dokumentation und Analyse. Berlin 2019, S. 65.
cite-note-5050. â Michel Christian, Jens Gieseke, Florian Peters: Die SED als Mitgliederpartei. Dokumentation und Analyse. Berlin 2019, S. 66.
cite-note-513. Andreas Malycha, Peter Jochen Winters: Die SED â Geschichte einer deutschen Partei. C. H. Beck, 2009, ISBN 978-3-406-59231-7, S. 413.
cite-note-schroeder-909-5252. â Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR 1949â1990. VollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete und stark erweiterte Neuauflage. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-412-21109-7, S. 909/910.
cite-note-5353. â Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR 1949â1990. VollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete und stark erweiterte Neuauflage. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-412-21109-7, S. 917/918.
cite-note-5555. â Gregor Gysi, Martin Sonneborn: Gysi vs. Sonneborn: Kanzlerduell der Herzen. Aufbau Digital, 2021, ISBN 978-3-8412-2675-4 (google.de [abgerufen am 6. Februar 2023]).
cite-note-5656. â Uwe HoĂfeld u. a. (Hrsg.): Hochschule im Sozialismus. Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena. Band 1, Böhlau, Köln 2007, S. 502.
cite-note-5757. â Zum Parteilehrjahr siehe Mark Allinson: Das Parteilehrjahr der SED â Konfliktfeld zwischen ParteifĂŒhrung und Massenbasis. Grundlagen, Ziele und Problembereiche (= âhefte zur ddr-geschichteâ. Heft 129). Helle Panke, Berlin 2013.
cite-note-5858. â Michael Bluhm: Die SED-Parteischulen in der Ăra Gorbatschow, www.ndr.de, 4. Juni 2016.
cite-note-5959. â SchluĂbericht der UnabhĂ€ngigen Kommission zur ĂberprĂŒfung des Vermögens der Partei- und Massenorganisationen der DDR. (PDF; 1,03 MB) Bundesministerium des Innern, 5. Juli 2006, abgerufen am 3. Januar 2020.